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Quelle: themoviedb.org

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Miss Novak unterrichtet als neuste Lehrerin eines internationalen Internats bewusste Ernährung. Ihre Anweisungen gehen jedoch über jedes gesunde Maß hinaus und animieren die Schüler*innen, immer weniger Nahrung zu sich zu nehmen. Eltern und Kollegen bemerken die Veränderungen der jungen Menschen erst, als "Club Zero" schon zum gefährlichen Selbstläufer geworden ist. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Es wäre eine dem ätzenden Sadismus ihrer pädagogischen Parabel angemessen zynische Zusammenkunft, würde Jessica Hausner (Little Joe) schließlich die Goldene Palme für ihren jüngsten Wettbewerbsbeitrag: Einem Film über eine die Lehrerin eines internationalen Elite-Internats, die sich ihre Adepten ähnlich heranzieht wie das Festival scheinbar die österreichische Regisseurin seit Studentenfilm-Zeiten fördert. Inszeniert mit einer an die gequälten Manierismen der Berliner Schule erinnernden Konzept-Künstlichkeit und durchdrungen von anti-progressiver Aversion, wirkt die stilisierte Schulgroteske prädestiniert zum Liebling Ruben Östlunds Jury.

Nicht, dass die kalkulierte Komödie über den destruktiven Einfluss, den die ominöse neue Lehrerin Miss Novak (Mia Wasikowska, Blueback) mit ihren Lektionen in „bewusster Ernährung“ auf eine Gruppe Internatsschüler*innen hat, empfehlenswert wäre. Im Gegenteil. Aber ihre abstrakte Atmosphäre, fähige Cast und eine Kotz-Szene, die das epische Erbrechen im letztjährigen Gewinner augenscheinlich an Ekel toppen soll. Vor allem jedoch durchdringt eine beklemmend reaktionäre Autoritätsbotschaft nahezu jede Facette der sich als Kritik an institutionalisierten Dogmen ausgebenden Story.

Deren Mid-Century-Design Kulissen und Retro-Kostüme kreieren eine anachronistische Anti-Ästhetik zum zeitgenössischen Aussehen, das die jungen Figuren als labil und beeinflussbar definiert. Der non-binäre Fred (Luke Barker) verfällt folglich am heftigsten Miss Novak, deren Doktrin von Nahrungsaufnahme als schädlich - körperlich, mental, ökologisch und gesellschaftlich - bei den Jugendlichen auf fruchtbaren Boden fällt. Ethisches Engagement, Umweltschutz, Konsumkritik und Körperbewusstsein verhöhnt Hausner als grundsätzlich verlogen und gefährliche Grundlage gestörten Verhaltens, das die bedrohlich kritisch denkenden Kids prompt entwickeln.

Fazit

Das Konzept von „Essstörungen“, Fitnessideale, Gruppendynamik oder soziale Funktion von Essen interessieren in Jessica Hausners bizarrer Schul-Sekten-Story noch weniger als psychologische oder ideologische Nuancen. Ethisches Engagement und Systemkritik der jungen Generation werden pauschal pathologisiert, damit verbundene Werte als fatale Erosion eines (vorgeblich) „gesunden“ und „normalen“ Konservativismus dargestellt und demokratische Erziehungsansätze als destruktiv abgeurteilt. Feminismus, Queerness und Nonkonformismus werden mit diesen vorgeblich schädlichen Strömungen assoziiert. Ein heißer Anwärter auf die Goldene Palme - nicht im guten Sinne.

Kritik: Lida Bach

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