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Ein ganzn normaler Tag in Los Angeles. Als nach einigen kleinen Beben in der Stadt tatsächlich ein großes Erdbeben ausbricht, vergessen die Bewohner ihre privaten Probleme, denn es geht nur noch um das blanken Überleben.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die Ausnahmestellung dieses Katastrophenfilms aus dem Jahre 1974 offenbart sich bereits in seiner schlichten Titelgebung. Wo ähnlich gepolte Werke aus jenen Jahren noch auf reißerische Namen wie Flammendes Inferno oder Die Höllenfahrt der Poseidon hörten, gefällt Erdbeben durch angenehme Zurückhaltung. Der Desaster-Klassiker von Mark Robson (Colonel von Ryans Express mit Frank Sinatra) genießt aber auch darüber hinaus eine besondere Stellung innerhalb der Filmgeschichte, war Erdbeben doch letztlich maßgeblich dafür verantwortlich, das heutige Blockbusterkino zu etablieren und Kassenhits wie Twister, Armageddon – Das jüngste Gericht sowie The Day After Tomorrow somit erst zu ermöglichen. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass der Film in einer Zeit entstanden ist, in dem sich die Traumfabrik duch die New-Hollywood-Gesinnung gerade neu erfand.

Das ist deshalb so interessant, weil Erdbeben letztlich nicht der Auteur-Theorie erlag, die Regisseure wie Martin Scorsese (Taxi Driver) oder Francis Ford Coppola (Apocalypse Now) repräsentierten, sondern quasi den Gegenentwurf darstellte und astreinen Leinwandeskapismus bot, bei dem die körperliche Erfahrung vor der Authentizität stand. Ein klassisches Event Movie, welches Zuschauer mehrfach in die Kinosäle locken sollte und dafür sogar die sogenannte Sensurround-Technologie aus der Taufe hob. Ein eigens entwickelter Prozessor, der 1.500 Watt entfesselte und auf Schallwellenfrequenzen von bis zu 120 Dezibel polterte, ließ das damalige Publikum Teil des Katastrophenszenarios werden. In manchen Lichtspielhäusern mussten dafür sogar die ersten Sitzreihen entfernt werden, um die Lautsprecher anzubringen. Man kann sich auch heute noch vorstellen, wie eindringlich Erdbeben gewirkt haben muss.

Auch nach mehr als 40 Jahren kann sich Erdbeben noch mehr als sehen lassen. Besetzt mit großen Namen wie Charlton Heston (Planet der Affen), Ava Gardner (Die barfüßige Gräfin) und George Kennedy (Der Unbeugsame), baut Mark Robson nicht ausschließlich auf brachialen Krawall, sondern nimmt sich die nötige Zeit, um seine Charaktere behutsam einzuführen. Die verschiedenen Schicksale werden durch die Naturkatastrophe erst verwoben. Während eine 9-minütige Sequenz dafür verantwortlich ist, Los Angeles in Schutt und Asche zu legen, gewinnt Erdbeben seine Intensität letztlich aber vielmehr aus dem aufmerksamen Blick, der sich auf das Davor und das Danach bezieht. Die klassische Spannungsdramaturgie, mit der Mark Robson das Geschehen über zwei Stunden ungemein packend gestaltet, war, ist und bleibt wegweisend. Ein Roland Emmerich aber kann immer noch nur davon träumen, ein Werk dieser Klasse zu erschaffen.

Fazit

Besser können Katastrophenfilme kaum sein. Der in Sachen Spannungsdramaturgie stilprägende "Erdbeben" ist auch nach über 40 Jahren immer noch einer der unangefochtenen Klassiker dieses Genres und überzeugt nach wie vor, weil er sich nicht nur stumpf auf das Abbilden von Krawall und Zerstörung verlässt. Stattdessen nimmt sich Mark Robson die nötige Zeit, um seine Charaktere einzuführen und schöpft seine eigentliche Intensität nicht aus den Effekten, sondern aus der Vorbereitung und dem Umgang mit dem Desaster.

Autor: Pascal Reis

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