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Frankreich, 1940: Die Eltern der kleinen Paulette kommen auf der Flucht bei einem Fliegerangriff ums Leben. Das hilflose Mädchen wird von dem Bauerssohn Michel entdeckt und von dessen Familie aufgenommen. Zwischen den beiden entsteht eine enge Freundschaft. Als Michel’s älterer Bruder an den Folgen eines Unfalls verstirbt, versuchen die Kinder sich anhand eines gemeinsamen Geheimnisses gegenseitig über den Tod ihrer Lieben hinwegzutrösten.

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Kritik

Die Entstehung von Verbotene Spiele stand unter keinem sonderlich guten Stern, fand sich doch zunächst kein Abnehmer für die als „unbequem“ eingestufte erste Drehbuchversion von François Boyer. Der damals aufstrebende Regisseur René Clément (Nur die Sonne war Zeuge) zeigte zwar Interesse, jedoch war kein Geldgeber in Sicht. Boyer veröffentlichte seine Geschichte somit Ende der 40er erst als Roman, dessen Erfolg eine spätere Adaption durch Clément schlussendlich dennoch ermöglichte. Der Film schaffte es gegen alle Hoffnungen nicht in den Wettbewerb von Cannes, mauserte sich in dessen Rahmenprogramm jedoch zum Kritikerliebling. Der Golden Löwe von Venedig und der Oscar als bester ausländischer Film folgten auf dem Fuße.

Der Film schildert die Freundschaft der fünfjährigen Paulette (bei ihrem Leinwanddebüt: Brigitte Fossey; Der Mann, der die Frauen liebte) und des elfjährigen Michel (Georges Poujouly; Die Teuflischen). Paulette’s Eltern werden bei der Flucht aus Paris während eines Luftangriffs der deutschen Wehrmacht niedergeschossen, sie selbst kommt körperlich unversehrt davon. Michel bringt das verängstigte Kind auf den abgelegenen, familiären Bauernhof. Dort ist der Krieg noch nicht greifbar präsent, über die Situation in den Städten erfährt das Landvolk nur durch die Zeitung. Die Front, das ist noch weit weg genug. Stattdessen streitet man sich lieber aus nichtigen Gründen mit der Nachbarsfamilie, geht fromm zur Kirche und der üblichen Arbeit auf dem Hof nach. Paulette kann das Erlebte gar nicht richtig erfassen, zu abstrakt sind Krieg und vor allem der Tod noch für sie. Ihre Eltern sind nicht mehr da, doch was bedeutet das wirklich? Und wie kann sie diesen schweren Verlust irgendwie verarbeiten? Michel versucht ihr zu helfen und findet dabei eine unorthodoxe Methode, die große Probleme mit sich bringt.

Der Zweite Weltkrieg, oder eher dessen Auswirkungen, aus kindlicher Perspektive. Während er noch voll im Gange ist, aber eigentlich noch gar nicht am Ort des Geschehens angekommen ist. In der ländlichen Provinz ist das Leben so hart und gottesfürchtig wie eh und je, der Alltag hat sich bisher nicht verändert. Der Lärm von der Front ist wie ein verhallendes Echo; das die Einschläge langsam näher kommen wird stoisch ignoriert. Dort führt man ein einfaches und vermeidlich tugendhaftes Leben, hat aber gleichzeitig wenig Verständnis für Empathie und Zwischenmenschliches. Sehr eindimensional wird nur das Hier und Jetzt, nur das Offensichtliche gesehen. Alles andere ist nicht von Relevanz. So müssen sich zwei Kinder in intuitiver Traumatherapie gegenseitig den allgegenwertigen Tod begreiflich machen. Äußerst sensibel und zärtlich versetzt sich der Film in die Perspektive seiner minderjährigen Protagonisten und offenbart gleichzeitig eine kaltherzige, oberflächliche Doppelmoral. Wo artig in die Kirche gegangen und mehr rechtfertigend als reumütig gebeichtet wird, wenn es aber darauf ankommt wahre Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit wenig Platz besitzt. Das geschieht nicht unbedingt subtil und hat mitunter einen etwas zu theatralischen Charakter, ist aber zweifellos – gerade auch wegen seiner zeitlichen Nähe – sehr berührend, aufrichtig und durchaus auch wichtig.

Fazit

Einer der größten Erfolge des französischen Nachkriegskinos. Kein Meisterwerk, aber eine schöne, durchdachte Parabel am Puls seiner Zeit - und gleichzeitig in seiner Intention absolut zeitlos.

Autor: Jacko Kunze

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