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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen Ben (12) und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Sportverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq (11), Flüchtling aus Syrien, der ihm nicht nur in der Klasse die Show stehlt, sondern auch noch auf dem Fußballplatz punktet. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent doch mehr mit ihm gemeinsam als er denkt?

Kritik

Flucht, Entgrenzung, Heimat und Freundschaft? Nun, im Falle von Zu weit Weg scheinen die Zutaten auf jeden Fall jede Menge Sprengkraft zu besitzen. Für Regisseurin Sarah Winkenstette ist es aber der Auftakt für ein warmherziges, sensibles und sehr respektvolles Abenteuer, welches die Jungs Ben (Yoran Leicher) und Tariq (Sobhi Awad) in den Vordergrund stellt und mit ihnen gemeinsam ihre Gefühlswelt erkundet. Dabei haben die beiden auf den ersten Blick gar nicht viel miteinander gemein: Ben ist erfolgreicher Stürmer in seiner Fußballmannschaft, ist beliebt und hat eine heile intakte Familie – mit gewohnten Schwierigkeiten. Tariq hingegen hat in seiner Kindheit den Krieg in Syrien erlebt, ist traumatisiert und wurde von seiner Familie getrennt. Doch während Tariq mit seiner Vergangenheit kämpft und nach Hoffnung sucht, ist auch Ben entkoppelt von seiner Heimat. Denn diese wird den gierigen Kohlebaggern zum Opfer vorgeworfen. Die Mischung aus Verlust und Kapitalismus Kritik (Interessen in Kohle und Öl) entfaltet dabei eine unglaubliche Sogwirkung, ohne jemals aufgeregt seine Geschichte zu erzählen.

Dies liegt vor allem an den Figuren selbst: Während Ben mit den Widrigkeiten seines neuen Lebensortes kämpft (kleinere Wohnung, neue Freunde, andere Position beim Fußball), trifft er schließlich auf den schüchternen Tariq. Beide nähern sich dabei über gekonnte Dialoge, ruhige Szenen mit toller Kamera und über intensive Momente, die sich Zeit nehmen. So zertrümmert beispielsweise Tariq scheinbar ohne jeglichen Grund eine kleine Legostadt von Ben, der überrascht das Geschehene über sich ergehen lässt. Am Ende beschreibt Tariq so seine Heimat. Krieg und Zerstörung sind selbst aber gar nicht Thema von Zu weit Weg – das Zielpublikum ist auch klar jünger – sondern vielmehr die Situation sich in der Fremde zurecht zu finden. Und während Ben schon mit Mobbing und Einsamkeit kämpft, wie sehr muss jemand leiden, der auch noch aus einem völlig anderen Land, mit anderer Sprache zu uns kommt. Zusammen mit den tollen Nebenfiguren – die allesamt auch starke weibliche Figuren umfasst – ergibt sich so eine angenehme Geschichte, die bis zuletzt fesselt.

Im letzten Drittel wird aus der Jugendfreundschaft schließlich auch ein großes Abenteuer, welches viele hervorragende Szenen voller Verletzlichkeit und Intimität bietet. Gerade wenn Ben und Tariq schließlich in das Braunkohlegebiet eindringen und in Bens altem Haus übernachten. Aus ruhiger Annäherung, wird hier auch Verständnis und Solidarität. Eine Botschaft, die diesen Film auch in Zeiten einer starken Entsolidarisierung sowie Rechtsrucks unglaublich wichtigmacht. Zwar wird Tariqs Herkunft und auch Fluchtursachen nur wenig bis gar nicht benannt, doch der Kern bleibt: Zusammen können wir uns helfen, Menschlichkeit vorleben und zusammen als Brüder (oder Schwestern) bestehen. Zwar geht Autorin Susanne Finken niemals richtig in eine dramatische Tiefe, doch dies muss angesichts der beiden tollen Hauptdarsteller und ruhigen Inszenierung auch gar nicht. Was bleibt ist ein schönes Abenteuer voller Hoffnung, Verlust, Toleranz und Offenheit. Ein Film für die ganze Familie.

Fazit

"Zu weit weg" entpuppt sich als ruhige, wunderschöne und respektvolle Annäherung an Flucht, Heimat und Solidarität. Zusammen mit den tollen Darstellern entsteht dabei ein schönes Abenteuer, in dem Toleranz und Offenheit fühlbar werden. Lohnenswertes Familienkino.

Kritik: Thomas Repenning

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