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jonasson

Kritik von jonasson

Gesehen: Juli, 2013

Gewaltverherrlichung oder große Filmkunst, das ist bei diesem Film wohl die zentrale Frage. Mit „Only God Forgives“ brachte der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn nach seinem Durchbruch mit „Drive“ (2010) einen weiteren Film in die Kinos. Er lief dieses Jahr schon auf den Filmfestspielen in Cannes und ist ein Werk, das die Gemüter spaltet. Der auf den ersten Blick ersichtliche Inhalt hält sich in Grenzen. Der Bruder der Hauptperson wird getötet und die Mutter verlangt, dass Rache genommen wird. Es geht um Blut und Hass in einer düsteren Ecke von Bangkok. Die Dialoge sind auf das Geringstmögliche heruntergeschraubt, sodass der Zuschauer sich darauf einlassen muss, die Bildsprache zu lesen. Der Film bietet so einen großen Interpretations-spielraum, dass man sich fragen muss, ob dies alles nur inszeniert ist, um die Gewalt zu rechtfertigen. Und zwar mit künstlerischen Mitteln. Dem Film muss zugutegehalten werden, dass er Gewalt nicht zelebriert. Der Zuschauer wird nicht dazu gebracht bis zum Höhepunkt der blutigen Szenen mitzufiebern, sondern bekommt harte, realistische Bilder vorgesetzt. Aber kann man so etwas als Kunst bezeichnen? Der Film hebt sich auf jeden Fall vom Einheitsbrei der Masse ab. Dies tut er aber nicht auf positive Art und Weise. Der Freiraum für Interpretationen und die Kameraaufahmen mögen künstlerisch gemeint sein, können aber unter diesen Umständen nicht den Inhalt entschuldigen. Die gelungenen Aspekte des Films sind die elektrisierende, perfekt auf das Geschehen abgestimmte Musik und einige großartige Szenenaufnahmen. Doch dabei bleibt es. Ein Film ohne Herz und ohne Seele, lediglich mit einem unterkühlten Verstand ausgestattet. Die Charaktere sind leblose Hüllen, die Mienen leer und ohne Emotion. Da kann ein noch so kreatives Farbenspiel von rot und blau von der Kamera eingefangen worden sein, der Inhalt frustriert. Am Ende steht die Frage: „Wozu das ganze“? Um zu zeigen, dass der Held der Geschichte, der gar kein Held ist, nicht vor einem Mord zurückschreckt, aber trotzdem die Lichtgestalt der Geschichte sein soll, da er dem Mörder seines Bruders vergeben kann? Es handelt sich in diesem Film um eine Welt voller kalter Menschen, denen Ethik fremd ist. Ohne den Kontrast zu einer Welt von Gutmenschen verliert er sich in Sinnlosigkeit und Absurdität. Man muss nicht so weit gehen „Only God Forgives“ Gewaltverherrlichung vorzuwerfen, aber ihn als beachtenswerten Film oder gar als Kunstwerk einzustufen wäre unangebracht.

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