In seiner gedämpften Farbgebung und ruhigen Rhythmik sowie den Themen von Tod und verdrängter Trauer knüpft Pedro Almodóvars duales Drama an seine vorangehenden Filme "Parallel Mothers" und "The Room Next Door" an. Zugleich fungiert die dramaturgisch doppelbödige Auseinandersetzung mit Kreativität und künstlerischer Katharsis als atmosphärisches und ästhetisches Kontrastbild seines knallig-provokanten Frühwerks. Nuanciertes Schauspiel, insbesondere von Bárbara Lennie und Milena Smit, changiert zwischen Sentimentalität und Subtilität. Formales Feingefühl und bissiger Humor geben dem gleichsam selbstreferenziellen und selbst-sezierenden Kino-Konstrukt seinen charakteristischen Schliff, verlieren sich jedoch bisweilen in Ego- und Exzentrik.