Bildnachweis: © Marvel / ABC

"Agents of Shield" - Staffel 2 - Kritik

von Sandra Scholz

Story

Nach der Infiltration des S.H.I.E.L.D Teams durch Hydra kämpfen Direktor Phil Coulson und der Rest seines Teams damit, sowohl die Organisation wieder aufzubauen als auch dem Team ihre Rechtmäßigkeit zurückzugeben - genau zu einem Zeitpunkt, als sie mit globalen Bedrohungen, neuen skrupellosen Gegnern und ihren eigenen Dämonen konfrontiert werden. Coulson und seine Agenten sind gezwungen, sich zurückzuziehen und die Öffentlichkeit zu meiden. Dabei stoßen sie auf ein Geheimnis rund um ein fremdes Artefakt, dessen Entschlüsselung ihr Leben für immer verändern könnte. Agent Skye muss außerdem mit einem schockierenden Schicksal, brüchigen Loyalitäten und den verheerenden Konsequenzen ihrer Unmenschlichkeit zurechtkommen. Währenddessen schließen sich Lance Hunter, Agent Bobbi Morse und Agent Alphonso „Mack" Mackenzie dem Team an - doch kann man ihnen wirklich vertrauen?

Kritik

Die Agents of Shield haben es nicht einfach. In den USA gibt es mittlerweile vier Staffeln, hierzulande erscheint nun endlich die zweite für das Heimkino. Zahlreiche Zuschauer sind allerdings bereits in der ersten Staffel abgesprungen, und so ganz unverständlich ist das nicht. Der Start der Serie war mehr als nur holprig, die ersten Folgen waren unfokussiert, alles hat sich wiederholt und schrie nach einem „Mutant der Woche“ Konzept. Auch die Charaktere blieben größtenteils flach.

„Wieso sollte man sich also überhaupt mit der Serie befassen?“, werden sich sicherlich Einige fragen. Ganz einfach: Weil sie besser wird. Bereits in der ersten Staffel finden etwa ab der Mitte die Figuren zueinander, und genau darauf baut die zweite Staffel auf. Sicherlich, die Kampfszenen sind noch ein Stück cooler geworden, die Gadgets noch eine Spur abgefahrener, doch am Ende sind die Figuren das wichtigste. Staffel zwei bringt einige Neuzugänge. Besonders positiv fällt Kyle MacLachlan auf, der hier mal so richtig von der Rolle sein darf und einen vielschichtigen Charakter spielt, dessen wahre Motivation lange verborgen bleibt. Besonders seine bissigen Kommentare vom Rand des Spielfeldes aus, mit denen er so ziemlich alle anderen Figuren beglückt, sind absolutes Gold wert. Gleiches gilt für Dichen Lachman, die als zielstrebige, verbissene Jiaying einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Das daraus entstehende Drama ist tiefgreifend und glaubhaft rübergebracht und macht im Alleingang die zweite Staffel schon sehenswert. Bobbi (Adrianne Palicki) und Hunter (Nick Blood) sind ebenfalls tolle Neuzugänge, die das Team bereichern und genug spannende Hintergrundgeschichte mitbringen, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Mack (Henry Simmons) rundet die Neuzugänge für das Team effektiv ab. 

Die neue Storyline um die Inhumans ist, ohne zu viel davon verraten zu wollen, ebenfalls überwiegend spannend. Hier und da schleichen sich Längen ein, die dann im Finale zu hastig abgearbeitet werden, doch insgesamt ist der Eindruck positiv. Für die ebenfalls geplante Serie um die Inhumans bieten die Agents of Shield jedenfalls einen sanften Einstieg in das Thema, Überschneidungen wird es wohl keine geben. Weniger organisch fühlte sich der Aufbau rund um die Ereignisse aus Avengers: Age of Ultron an, hier war das Tie-In mit Captain America: Winter Soldier und dem Doppelstatus von Shield deutlich nachvollziehbarer umgesetzt. Von den insgesamt 22 Episoden ist hier der Tiefpunkt zu verorten, denn so ziemlich alles andere in der Staffel ist spannender, wird aber für diesen kurzen Exkurs unterbrochen.

Im Herzen der Serie steht aber nach wie vor das Kernteam aus der ersten Staffel. Fitz und Simmons erweisen sich einmal mehr als das emotionale Rückgrat der Truppe, während Coulson endlich etwas weniger sprunghaft wird und weitreichende Entscheidungen treffen muss, statt kopflos in verschiedene Situationen zu springen. Wir erfahren endlich, was Melinda in Bahrain passiert ist und lernen ihren Ex kennen. Und auch Skye ist nicht mehr länger nur die Person, die nur Coulson supercool findet, sondern sie verdient sich diesen Platz. Grant Ward taucht ebenfalls wieder auf, und Brett Dalton läuft zur Hochform auf. In der ersten Staffel war seine Figur noch absolut farblos, doch als Antagonist hat er eine Menge zu bieten.  

Die Blu-ray

Die Blu-ray im Vertrieb von Marvel und ABC Studios ist seit dem 6. April 2017 im Handel erhältlich. Die Discs befinden sich in einem Amaray mit Pappschuber, auf beiden wird man leider den FSK-Aufkleber nicht los. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonspur sind sauber ausbalanciert, Unregelmäßigkeiten gibt es nicht, auch die Dialoge sind jederzeit gut verständlich. Das Bild ist schön kontrastreich und scharf gelungen. Als Extras gibt es neben witzigen Pannen vom Dreh noch ein paar zusätzliche Szenen spendiert.

Fazit

Mit einem ordentlichen Temposchub, noch eindrucksvolleren Kampfchoreografien, interessanteren Figuren und zahlreichen, beinahe durchweg spannenden Storylines mausert sich Agents of Shield in der zweiten Staffel zu einem durchweg vergnüglichen Eintrag ins Marvel-Universum.

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