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Audie Murphy Collection 2 - Kritik

von Thomas Repenning

Dank Koch Media und ihrer Western Legend Reihe gibt es mittlerweile regelmäßig Genre-Highlights, die so manch ein Fan-Herz höher schlagen lassen. Im Falle von Audie Murphy gilt dies sogar gleich zweifach: Denn zum einen brachte uns Murphy einige der besten Western-Filme der 50er Jahre, und zum anderen gehören leider seine Filme zu den vergessenen Klassikern, sodass ein Suchen zumeist zu einem kleinen Alptraum wird. Mit „Audie Murphy Collection 2“ (seit dem 12.02. im Handel) gibt es somit eine kleine Ode an das Genre selbst. Und die Auswahl ist zudem durchweg gelungen: So bietet die Collection insgesamt vier Filme (alle in optisch höchster Qualität und digital remastert), die einen guten Schnitt seiner Filmografie darstellen. Audie Murphy selbst war indes nicht nur auf der Leinwand ein Held – was er oftmals sorgfältig versuchte zu karikativeren – sondern auch im wahren Leben. War er doch der höchstdekorierte US-Soldat des Zweiten Weltkriegs. Doch hatte dies seinen Preis: Sein Leben lang kämpfe er für die Anerkennung der Posttraumatischen Belastungsstörungen, unter der er selber litt. Alleine daher sollte sein Name niemals vergessen werden.

"Verfemt" 1950 (1.33.1/4:3)

"Verfemt" von Regisseur Kurt Neumann war der erste Western von Audie Murphy. Und was gäbe es da passenderes als die Rolle des William Bonney („Billy the Kid“). Mit einer ausdruckslosen Mime und einer sehr brutalen Art, folgt die Geschichte hierbei einem Outlaw Kampf, der trotz einiger Schwächen den Geist der Zeit und des Genres perfekt einfängt.  Gerade durch die erste Western-Rolle Murphys eine gute Gelegenheit, seine Vita zu vervollständigen.

"Destry räumt auf" 1954 (2.00:1/16:9)

Als Remake von "Der große Bluff" (1939), wo Audie Murphy somit in die großen Fußstapfen von James Stewart tritt, kann der Film von George Marshall auf jeden Fall überzeugen. Natürlich bleibt das Original unerreicht, doch die Geschichte bleibt eben ein Klassiker. Ein Sheriff ohne Hang zu Gewalt und Waffe. Ungewöhnliche Methoden und Klischees, der mehr als nur einmal auf die Schippe genommen werden. Und Murphy zeigt sich als scheinbar handzahmer Tom Destry von seiner besten Seite.

"Drei waren Verräter" 1953 (1.33:1/4:3)

Anfangs bietet der Film von Regisseur Nathan Juran (die dritte Arbeit nach "Mündungsfeuer" und "Adlerschwinge" mit Audie Murphy) nicht sonderlich viel Neues im Genre. Doch nachdem der Anfangspart vollzogen ist, entfaltet sich eine Hetzjagd, die an vielen Stellen spannende Unterhaltung bietet. Murphy steht als Jim Harvey unter Verdacht einen Treck verraten zu haben. Doch gemeinsam mit seinen charmanten wie charakterstarkem Pferd gelingt ihm immer wieder Flucht. Besonders interessant: Die vielen Stunts im Film.

"Der Colt ist das Gesetz" 1966 (1.33:1/4:3)

Auch für Murphy stand es in den 60er Jahren im Genre des Western nicht mehr ganz so gut. Immerhin hat der Italo-Western das Kino übernehmen und der glorreiche amerikanische Western befand sich auf dem Rückzug. "Der Colt ist das Gesetz" von Regisseur Earl Bellamy zeigt aber noch einmal, was die Stärken waren. Mit einem hohen Aufwand, einer gelungenen Action und ansprechenden Charakteren, gibt es mit Raub, Jagd und Geld eine spannende Handlung, die eine gute Reise durch den Westen darstellt. Als Spätwestern der damaligen Zeit auf jeden Fall sehenswert.

Fazit

Western-Fans können bei „Audie Murphy Collection 2“ bedenkenlos zugreifen. Die Film-Auswahl ist hervorragend und Audie Murphy als Darsteller eine wahre Ikone der damaligen Zeit. Das Bild von Koch Media ist zudem durchweg gelungen und bietet tolle Unterhaltung. Der Preis von aktuell 37,49 scheint hoch zu sein, lohnt sich aber. Einziges Manko: Die Tonspur bei „Destry“ ist sehr leise ausgefallen. Doch auch dies trübt den Gesamteindruck der tollen Collection kaum. Zugreifen lohnt sich.

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