Anarchische Individualität und ein Mut voller Menschlichkeit als literarische Antwort zur regelkonformer Assimilation und unmenschlicher Grausamkeit: Dieser interessante literaturhistorische Ansatz klingt in Wilfried Haukes gediegenem Doku-Drama über die schwedischen Schöpferin zeitloser kindlicher Heldinnen und Helden im Hintergrund an. In ihren rebellischen Kinderbuch-Figuren, allen voran Pippi Langstrumpf, schuf Astrid Lindgren einen radikalen Gegenentwurf nicht nur zu den moralistischen, repressiven Kindheitsidealen ihrer Zeit, sondern auch dem Grauen des Krieges, das ihr in den Zeitungen und Briefen begegnete.