Bildnachweis: © ABC Studios

"Criminal Minds" - Staffel 12 - Kritik

von Sebastian Groß

Story

Die zwölfte Staffel von Criminal Minds erschüttert die Verhaltensanalyseeinheit BAU (Behavioral Analysis Unit) des FBI bis ins Mark. Unvorhergesehene Bedrohungen führen zu abrupten Veränderungen im Team: Gleich am ersten Tag werden die Fähigkeiten des neusten Mitglieds, Luke Alvez, bei der Verfolgung von flüchtigen Verbrechern auf die Probe gestellt. Emily Prentiss kehrt aus London zurück, um die Leitung der BAU zu übernehmen. Unterstützt wird sie dabei vom erfahrenen Profiler Stephen Walker. Doch kaum hat das BAU-Team Verstärkung bekommen, werden auch seine Feinde immer stärker. Schnell muss das neue Team lernen zusammenzuarbeiten, um die Mörder, Psychopathen, kriminellen Hintermänner, Hacker, Entführer und anderen gefährlichen Verbrecher zu stoppen, die in 22 überwältigenden und nervenaufreibenden Episoden auf sie warten.

Kritik

Criminal Minds hat gleich mehrere Probleme. Zum einen verließ mit Shemar Moore (Chicago Hope - Endstation Hoffnung)einer der beliebtesten Darsteller die Serie, um sich neuen Projekten zu widmen (gemeint ist die Action-Serie S.W.A.T.), zum anderen wurde mit Thomas Gibson (Dharma & Greg) zu Beginn der Produktion der 12. Season gefeuert, nachdem er zum wiederholten mal gewalttätig wurde. Damit verliert die Serie gleich zwei wichtige,charakterliche Eckpunkte. Darüber hinaus kämpft die erfolgreiche Mörderhatz seit einigen Staffeln bereits damit, dass die Macher im Grunde immer wieder die gleiche Geschichte erzählen, die sie mal mehr, mal weniger variiert  wiedergeben. Vor allem diese drei Probleme machten die frage spannend, was Criminal Minds in der12. Staffeln auffährt.

Leider gibt es zu dieser spannenden Frage keine sonderlich spannende Antwort. Business as usual heißt die Devise. Gibsons Figur Aaron Hotcher wird mit einem paar erklärenden Worten aus der Serie getilgt, Damon Gupton (Bates Motel) übernimmt den freien Platz und für Shemar Moore gibt es nun den ehemaligen CSI-Miami-Ermittler, damit das BAU-Team auch wieder einen neuen Durchgreifer hat. Sonderlich viel Mühe steckt nicht dahinter, auch weil Gibsons Weggang in seiner Direktheit wohl nur wenige Alternativen zuließ.

Dennoch sind die 22 Episoden der 12. Staffel größtenteils wieder Serien-Standards, auch wenn sich erneut ein roter Handlungsfaden in der Season befindet, der diesmal um einen manipulativen Serienkiller handelt, der Leute mit einer identitären Persönlichkeitsstörung für seine Zwecke umprogrammiert. Darunter leiden in der Staffel einige BAU-Mitglieder, aber vor allem Dr. Spencer Reid (, 68 Kill) trifft es hart und das nicht nur, weil seine an Alzheimer erkrankte Mutter (Jane Lynch, Julie & Julia) bei ihm einzieht.

Dieser neue Killer, der Mr. Stretch genannt wird, hat durchaus etwas Bedrohliches. Das gesamte Storygerüst um ihn herum wirkt aber, genau wie seine Machenschaften, schon sehr konstruiert und übertrieben. Es vermittelt durchaus das Gefühl, dass die Machern mittlerweile ihren Ideen-Pool über die Jahre mehr als trocken gelegt haben. Die einst gejagten Serienkiller, die jeder von uns sein könnte, sind mittlerweile zu großen Teilen zu regelrechten Comicfiguren verkommen. Dass die Serie dennoch versucht aus ihren Taten und Charakteren so etwas wie Angst zu schüren, wirkt fast niedlich. Hoffen wir, dass Staffel 13 besser wird. Etwas skizzierte Tabula Rasa und eine Reduktion würden der Serie vielleicht gut tun.

Die DVD

Staffel 12 kommt auf einer technisch sauberen DVD. Die Bild- sowie die Tonqualität geben keinen Grund zur Klage und auch deutsche Untertitel finden sich auf den insgesamt fünf Discs. Neben den 22 Episoden der Staffel gibt es außerdem noch Deleted Scenes, Outtakes und einige durchaus interessante Featurettes, die sich allerdings nicht wirklich mit dem Rauswurf des Agent Hotchneer befassen. Alles in allem eine wirklich gelungene DVD-Veröffentlichung der ABC Studios, die seit dem 1. März 2018 im Handel erhältlich ist.

Fazit

Trotz Veränderung im Cast kann die Serie ihre Talfahrt nicht wirklich stoppen. Vereinzelt gibt es Episoden, die unterhalten, die spannend sind und darauf hoffen lassen, dass alte Stärken wieder aufkeimen. Doch die meiste Zeit hechtet die Staffel alten Zeiten hinterher. Es wird Zeit für einen Umbruch - oder ein Ende. Es wäre verdient.


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