Bildnachweis: © Paramount | Szene aus "Better Man"

Der große Jahresrückblick der MB-Redaktion 2025

von Sebastian Stumbek

MEINE TOP 10 FILME 2025

1. Better Man - Die Robbie Williams Story
Das Kinojahr 2025 begann bereits mit einem Knaller, der sich sofort an die Spitze meiner Topfilme setzte und die Spitzenposition bis zum Jahresende nicht mehr abgab, trotz starker Konkurrenz. Better Man war mein zweiter Kinofilm in diesem Jahr und es war ein Volltreffer, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich würde nicht behaupten ein Fan von Robbie Williams zu sein und seine Musik fand ich zwar ganz nett, aber nicht mehr. Der Trailer hat mich nicht sonderlich angesprochen und die Sache mit dem Affen fand ich komisch. Trotzdem habe ich mich auf den Film eingelassen und wurde belohnt. Better Man ist eine wahre Gefühlsachterbahn mit intensiven emotionalen Momenten. Ein Film, der mein Herz erobert hat. Unglaublich authentisch und tiefgründig, großartig erzählt und es gelingt Better Man, was vielen Biopics nicht gelingt: Man lernt den Menschen hinter dem Künstler kennen. Und den Affen finde ich mittlerweile sympathisch.

2. A Real Pain
Auch Platz 2 nimmt ein Film ein, der mich emotional berührt hat. Jesse Eisenberg und vor allem Kieran Culkin überzeugen in diesem gefühlvollen Roadtrip auf ganzer Linie. A Real Pain ist traurig, aber auch witzig und liebevoll und schafft es, ein Gleichgewicht zwischen allen Gefühlsebenen zu erzeugen, wodurch immer der richtige Ton getroffen wird.

3. Zoomania 2
9 Jahre hat es gedauert, bis das ungleiche Ermittlerduo Judy Hopps und Nick Wilde wieder für Recht und Ordnung in den Straßen von Zoomania sorgt und das Warten hat sich gelohnt. Die Fortsetzung ist fast genauso stark wie der Vorgänger und überzeugt mit Witz, Action, seinen charmanten Figuren und einem herausragenden Worldbuilding, das wieder jede Menge Überraschungen parat hält. Ganz klar der Animationsfilm des Jahres.

4. Caught Stealing
Ich bin völlig unvorbereitet in die Vorstellung gegangen, ohne zu wissen, worum es geht und ohne den Trailer gesehen zu haben. Der Film hat mich total umgehauen. Rasant, actionreich und witzig. Einfach eine Wucht. Austin Butler zeigt hier einmal mehr sein großes Talent.

5. The Long Walk - Todesmarsch
Stephen Kings Romanvorlage gehört zu meinen Lieblingsbüchern, weshalb ich mich umso mehr auf den Film gefreut habe. Meine Erwartungen waren hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Der Film fühlte sich genauso an, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Mit allen Abweichungen vom Buch konnte ich gut leben, nur das Ende war für mich gewöhnungsbedürftig, aber umso überraschender. Mit einem besseren Abschluss hätte es der Film in meine Top 3 schaffen können.

6. The Running Man
Die zweite King-Verfilmung, nach einem Roman, den ich gerne gelesen habe und die mich genauso wie The Long Walk sehr gut unterhalten hat. Auch diese Verfilmung ist eine gelungene Umsetzung und viel näher an der Vorlage, als die 80er Jahre Variante mit Arnold Schwarzenegger. Ein überdrehter, actionreicher Spaß.

7. Mr. Nobody Against Putin
Die Dokumentation des Jahres! Den Mut von Pavel Talankin muss man erstmal mitbringen. Talankin war Videograph an einer russischen Schule und musste in dieser Funktion miterleben, wie der Propaganda- und Kriegsapparat von Putin systematisch den Alltag bestimmt. Teilweise heimlich, teilweise offen fertigte er von der Indoktrination des russischen Schulwesens Aufnahmen an und brachte sie heimlich ins Ausland. Wer immer noch glaubt, Putin wolle nur Frieden, sollte sich diese Doku ansehen, um zu verstehen, dass die Kriegsvorbereitungen für einen großflächigen Krieg in Russland längst begonnen haben, weil bereits die jüngsten Schulkinder militärisch gedrillt und ideologisch auf Linie gebracht werden.

8. Juror #2
Clint Eastwood
hat mit Juror #2 bewiesen, dass er auch im hohen Alter noch ein gutes Gespür für spannende Geschichten hat. Der Film ist ein packendes Gerichtsdrama, bei dem die Frage nach Schuld, Moral und Sühne im Raum steht. Ich habe lange keinen so guten Gerichtsfilm mehr gesehen.

9. Irenas Geheimnis
Man glaubt oft, alle Geschichten über das Naziregime seien erzählt und dann gibt es doch wieder einen Film, der eine neue wahre Geschichte offenbart. Irenas Geheimnis ist ein beeindruckendes Biopic aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, das eindeutig mehr Beachtung verdient. Es ist ein Film voller Hoffnung, ein Film, der menschliche Werte vermittelt und eine Frau würdigt, die selbst ein großes Opfer bringen musste, um das Leben anderer zu retten. Ein fesselndes, emotionales und zugleich aufrichtiges Werk mit einer herausragenden Besetzung.

10. F1 – Der Film
Der Sportfilm des Jahres. Selten war man in einem Rennsportfilm so nah dran. Man konnte förmlich das Benzin riechen, der Kinosessel vibrierte und das Adrenalin schoss in die Höhe. Dazu hatte der Film sogar noch eine gute Geschichte zu erzählen. Was will man von einem Sportfilm mehr?


MEINE 5 ENTTÄUSCHENDSTEN FILME 2025:

1. Mission: Impossible – The Final Reckoning
Die Messlatte lag nach dem letzten Teil ziemlich hoch. Mission: Impossible – Dead Reckoning war ein humorvolles Actionfeuerwerk. Davon ist im letzten Teil der Reihe nicht viel übrig geblieben. Langatmige Dialoge und viel zu viel Leerlauf zwischen den Actionsequenzen. Kein würdiger Abschluss der Mission: Impossible-Reihe.

2. We Live in Time
Der Film ist eindeutig aus der Zeit gefallen. We Live in Time verkauft sich als romantische, herzerwärmende Geschichte und ist dabei nichts anderes als ein Paradebeispiel für festgefahrene Rollenbilder. Die Frau hat ihrem Mann zu dienen, hörig zu sein, Kinder zu bekommen und bloß keine beruflichen Ambitionen zu haben, weil sie sonst Mann und Kind nicht genügend Aufmerksamkeit schenken kann. Trotz guter schauspielerischer Leistung war der Film die reinste Qual. 

3. Five Nights At Freddy's 2
Der Vorgänger war schon eine Enttäuschung, doch der zweite Teil ist einfach nur dreist. Keine Logik, Anschlussfehler ohne Ende und eine lahme Geschichte, sorgten nicht gerade für Freude. 

4. Emmanuelle
Ein unnötiges Remake, ohne jegliche Erotik, Spannung oder Handlung. 

5. Die Akademie
Der Film hat mir vor Augen geführt, warum man Überraschungspremieren meiden sollte. Nun kann man eigentlich gar nicht viel erwarten, wenn man nicht weiß was läuft, doch ein Film, der derart pseudointellektuell daher kommt und dann überhaupt nicht diese Ansprüche erfüllen kann, ist wahrlich eine Enttäuschung. Der Film hat einige gute Ansätze und Ideen, setzt diese aber nicht konsequent um.

MEINE 10 MOST WANTED FILME 2026:

Scream 7
Marty Supreme
Ready or Not 2
Toy Story 5
The Odyssey
Spider-Man: Brand New Day
Jumanji 3
Michael
28 Years Later: The Bone Temple
Scary Movie 6

MEIN SERIENJAHR 2025:
Dieses Jahr war tatsächlich für meine Verhältnisse sehr serienlastig. Gut gefallen haben mir hier Aus Mangel an Beweisen (spannender Justizthriller mit einem großartigen Jake Gyllenhaal), The Morning Show (alle 4 Staffeln mit immer hochaktuellen Themen), Landman (tiefer Einblick ins Ölgeschäft), Ace of Base – All That She Wants (die Dokuserie über die Erfolgsband der 90er Jahre), The Walking Dead: Daryl Dixon (deutlich spannender als die letzten The Walking Dead-Staffeln), Based on a True Story (Staffel 2, die etwas schwächer war, aber dennoch humorvoll und unterhaltsam ist) und Ich bin Dagobert (eine spannende und witzig erzählte Serie über den Kaufhauserpresser Dagobert aus deutschem Hause). Außerdem gab es noch die geballte Ladung an Retroserien. Der Fokus lag dabei auf dem Rewatch von Friends (noch immer sehr witzig) und Charmed (teilweise, der Rest folgt im nächsten Jahr). Dazu habe ich zum ersten Mal die erste Staffel von American Crime Story gesehen, die zwar interessant war, zwischenzeitlich aber auch ein paar Längen hatte. Die nackte Pistole lief als Einstimmung auf Die nackte Kanone und die Serie ist einfach Slapstick pur. Für gute Unterhaltung und viel Witz sorgte auch Rowan Atkinson als Inspektor Fowler, einem etwas trottelig daherkommenden Polizisten in der englischen Provinz.


Filmklassiker, die ich 2025 erstmals gesehen habe

Hier gab es einige erwähnenswerte Werke, die ich dieses Jahr zum ersten Mal gesehen habe:

Scarface – Der Kultgangsterfilm hat mir gut gefallen und Al Pacino als Scarface ist einfach unschlagbar cool
Alles über Eva
– Fantastische Satire über das Showbusiness mit einer brillanten Bette Davies
Verdammt in alle Ewigkeit
– Spannendes Kriegsdrama über herausragendem Cast
Geboren am 4. Juli
Tom Cruise mit seiner vielleicht besten schauspielerischen Leistung
Der letzte Kaiser
– Bildgewaltiges Monumentalepos von Bernardo Bertolucci
Serpico
Al Pacino zum zweiten, erneut eine großartige Leistung und auch dieser Film ist einfach herausragend.
Carrie – Des Satans jüngste Tochter
– Bisher kannte ich nur die Remakes, aber das Original ist deutlich besser
Der Spion, der aus der Kälte kam
– Spannender und realistischer Spionagethriller ohne den James Bond Schnickschnack
Priscilla – Königin der Wüste
– Ein spaßiger und zugleich tiefgründiger und bewegender Film, der zeigt, dass man Verständnis und Akzeptanz manchmal dann erfährt, wenn man es am wenigsten erwartet.
Barry Lyndon
Kubrick kann auch Historienfilm!
Schtonk!
 – Gute Mediensatire, aber nicht durchweg auf höchstem Niveau
Außerdem habe ich mit Coda (einfühlsame und humorvolle Familiengeschichte), Poor Things (gute darstellerische Leistung, aber für mich etwas zu abgedreht), Barbarian (überraschend spannender und wendungsreicher Horrorfilm) und Up in the Air (warmherzig) Filme gesehen, die derzeit wohl noch keine Filmklassiker sind, aber definitiv Potenzial haben, solche zu werden.


BESONDERE ERWÄHNUNGEN

Bester Konzertfilm des Jahres: Imagine Dragons: Live From the Hollywood Bowl mit dem LA Film Orchestra

Erwähnenswerte Doku: Soundtrack to a Coup d'Etat - bemerkenswerte Dokumentation, die einen musikalischen Schwerpunkt hat, obwohl es gar nicht primär um Musik geht, sondern politische Aktivitäten und Ereignisse im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitsbewegung im Kongo.

Bester Streamingfilm des Jahres: The Lost Bus – Mitreißender Katastrophenfilm aus dem Hause Apple.


FAZIT:

Das Jahr 2025 war erneut sehr abwechslungsreich. Insgesamt habe ich 326 Filme gesehen und war 82 mal im Kino. Trotzdem sind einige Werke wie Blood & Sinners, Weapons, One Battle After Another und Flow dieses Jahr an mir vorbeigegangen, weil mir die Zeit fehlte, sie im Kino zu sehen und/ oder sie nicht oder nur kurz in meinem Stammkino liefen. Dafür habe ich es geschafft, einige Filmklassiker nachzuholen. Für mich war das Filmjahr zufriedenstellend.

Diese Seite verwendet Cookies. Akzeptieren.