Dass sich angesichts des blutgetränkten Plots auch komische Elemente in der Handlung durchzusetzen vermögen, erscheint verblüffend und ist hoher Erzählkunst geschuldet. „Love“ und „Hate“ hatte sich Robert Mitchum in THE NIGHT OF THE HUNTER als vermeintlich frommer Priester Harry Powell auf die Knöchel seiner Hände tätowieren lassen. Er machte mit dieser Paraderolle deutlich, dass niemand auf Mutter Erde so abgrundtief verdorben sein kann wie Männer im amerikanischen Grenzland, von der Überzeugung beseelt im Auftrag des Herrn zu handeln. Im selben bizarren Höllenkreis – dem vogelwilden Westen brillanter US-Autoren wie Cormac McCarthy oder Jim Thompson also – verrichtet auch unser hiesiger Prophet Josiah sein erbarmungsloses Handwerk. Ein Killer im Talar, der all die Max Cadys dieser Welt wie Chorknaben aussehen lässt. Gespielt wird er von dem Briten Jason Isaacs, der seit seinem internationalen Durchbruch als Gegenspieler von Mel Gibson in THE PATRIOT eine Karriere als Schlimmfinger vom Dienst gemacht hat – bis hin zu HARRY POTTER-Bad Guy Lucius Malfoy, verdammt nochmal! Aber hier setzt Isaacs noch eins drauf und lässt als mormonischer Sektenführer und Madman alle seine vorangegangenen Figuren wie Pussykätzchen wirken.
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Filme, unendliche Weiten ... dies sind die Abenteuer von Oneal, der sich vorgenommen hat, so viele Filme in seinem Leben zu schauen wie es irgendwie geht. Die Expertise liegt irgendwo zwischen Asia-Kino, Sci-Fi und Action. Doch auch schwere Kost und gerne philosophisch darf es sein. Zudem Chef von Moviebreak.