Bildnachweis: © ABC Studios

"Grey's Anatomy: Die jungen Ärzte" - Die komplette 13. Staffel - Kritik

von Thomas Repenning

Serien rund um Ärzte, Krankenschwestern oder Pflegern, der Gesundheitsversorgung (inklusive meist politischen Diskursen), dramatischen Notfällen sowie intensive Operationen sind wohl seit je her – und vor allem spätestens seit dem Klassiker Emergency Room - Die Notaufnahme – im Fokus der Zuschauer. Kein Wunder also, dass beispielsweise Dick Wolf mit Chicago Med so erfolgreich ist und mit seiner Serie schon in die dritte Staffel übergehet. Aktuell gibt es aber vor allem eine Serie, die die Hauptaufmerksamkeit im Genre bekommt: Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte. Mit mittlerweile 14. Staffeln steht die Drama-Serie einem Emergency Room nur noch in wenigen nach und die Zuschauerschaft ist immer noch ungebrochen. Die Mischung aus dramatischen Krankenhauseinsätzen mit den damit verbundenen Auswirkungen auf das Privatleben erzeugt eine Sogwirkung, die trotz einigen Schwächen oder auch gängigen Klischees eine starke Faszination ausübt. Die „Götter“ in Weiß sind eben auch nur Menschen und gerade dies scheint eine magnetische Wirkung zu haben. Doch auch abseits davon ist Grey's Anatomy ein klares Highlight: Neben tollen Charakteren, sind es so besonders die Darsteller sowie die gut erzählten Geschichten, die über die Jahre hinweg so eine große Fangemeinde hat entstehen lassen. Seit dem 26.10.2017 ist nun dank Touchstone (ABC Studios) Grey's Anatomy: Die jungen Ärzte - Die komplette 13. Staffel im Handel erhältlich. Wir haben einen Blick riskiert.

Story

Erleben Sie turbulente Leidenschaft und packendes Drama in der kompletten dreizehnten Staffel der ABC Studios Serie Grey’s Anatomy. Medizinische Wunder zu vollbringen gehört zum Alltag der Ärzte des Grey Sloan Memorial Krankenhauses und dadurch fühlen sie sich oft wie Halbgötter in Weiß. Doch was im OP problemlos funktioniert, gelingt noch lange nicht im echten Leben. Sobald Kittel und Handschuhe abgelegt werden, wird ihnen klar, dass die Bewältigung ihres chaotischen Privatlebens viel aufwendiger ist, als ein paar ordentliche Nähte zu setzen. Nachdem Meredith nun schon eine Weile alleine ist, wagt sie den Versuch, eine Romanze mit Riggs zu beginnen. Unglücklicherweise hat aber auch Maggie Interesse an ihm, was einen Keil zwischen die beiden Schwestern zu treiben droht. Zur gleichen Zeit müssen sich Jackson und April trotz ihrer Differenzen arrangieren, da sie gemeinsam einem schwierigen Fall zugewiesen werden. Alex muss sich in der Zwischenzeit den Konsequenzen seines grausamen Angriffs auf DeLuca stellen, aber auch die Ehe von Owen und Amelia droht auseinanderzubrechen. Im ganzen Krankenhaus bricht Empörung aus, als Dr. Webber von Bailey degradiert wird. Schafft Arizona es, sich wieder zu verlieben, und schläft sie dafür mit dem Feind?

Worauf sich Zuschauer bei so einer langen Laufzeit einer Serie einstellen müssen ist wohl vor allem eines: Dass es eben Charaktere gibt, die irgendwann das Projekt verlassen und somit aus dem Blick der Zuschauer verschwinden. Richtig dramatisch war dies in Staffel 11, sodass nun immer noch Auswirkungen erkennbar sind (wobei in Staffel 12 auch Dr. Callie Torres - Sara Ramirez – die Serie verlassen hat, eine der beliebtesten Hauptfiguren). Die Autoren selbst konzentrieren sich aber in der 13 Staffel eher auf die Stärken und die Hauptfiguren, auch wenn Dr. Meredith Grey (Ellen Pompeo) manchmal etwas in den Hintergrund gerät oder beispielsweise Dr. Jo Wilson (Camilla Luddington) einige Folgen gar nicht dabei ist. Allerdings dafür der Rest umso mehr. Und so sind gleich zu Beginn die Schwerpunkte schnell erkennbar: Während Merediths mit dem neuen Herzchirurgen Nathan Riggs (Martin Henderson) eine engere Beziehung aufbaut, ist es vor allem Dr. Alex Karev (Justin Chambers) der im Fokus steht. Dieser muss sich nicht nur beruflich den Konsequenzen seines Handelns stellen, sondern vor allem auch privat. Und hier kann die Serie weiterhin auch die meiste Faszination ausüben. Es sind eben die zwischenmenschlichen Geschichten, besonders zwischen den Hauptfiguren, die am meisten überzeugen. Doch auch die Fälle des Krankenhauses selbst, sind wieder zumeist spannend, abwechslungsreich und dramatisch geschrieben. Auch wenn dennoch einige Totalausfälle dabei sind. Fans bekommen hier aber deutlich mehr vom Gleichen, was eine gewohnte Qualität bedeutet. Mehr eben aber auch nicht.

Eine Besonderheit gibt es dann aber doch in der 13 Staffel von Grey's Anatomy: Wo dieses Jahr Gleichberichtigung im medialen Fokus ist, ist auch die Serie selbst in diesen Diskurs gerückt. Gerade wenn Dr. Miranda Bailey (Chandra Wilson) mit ihren Aufgaben an die Grenzen kommt. Hier wird wirklich ein Kampf gezeigt, der es deutlich in sich hat. Hier hätten sich die Autoren sogar noch deutlich mehr drauf konzentrieren können. Erfrischend und mutig, und vor allem politisch relevant. Der Rest ist dann bekannte Konvention: Das Ausbildungsprogramm wird umstrukturiert, die Neuen werden eingearbeitet. Freundschaften entstehen, Vertrauen wird gebrochen und der Beruf bringt erneut viele an ihre Grenzen, was dann privat nur wenig aufgefangen werden kann. Daneben gibt es natürlich auch wieder jede Menge Liebschaften und Missverständnisse, die sich dann im Laufe der insgesamt 24 Folgen auf- und dann entladen. Das Finale selbst ist dann doch sehr actiongeladen und im wahrsten Sinne des Wortes explosiv geworden. Dies ist ebenso dramatisch wie spannend inszeniert, sorgt aber auch dafür, dass viele kleine Handlungsstränge doch nicht zu Ende gedacht werden. Nichtsdestotrotz ist das Ende aber gelungen und bietet genügend Fragen und Stoff für die 14 Staffel.

DVD

Die DVD von abc Studios (Touchstone) bietet gewohnte Qualität: Das Bild ist kräftig, durchaus scharf und in den Farben angenehm. Gemessen an den technischen Möglichkeiten der DVD wurde hier das beste herausgeholt. Der Ton – vorliegend in Italienisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 2.0) – ist besonders im O-Ton gelungen und gut abgemischt. An Extras gibt es ein paar zusätzliche Szenen sowie einige Pannen vom Dreh.

Fazit

Viel Mut beweisen die Autoren in der 13. Staffel von Grey’s Anatomy zwar nicht, dafür gibt es aber wieder gewohnte Qualität zu sehen, was gerade Fans begeistern wird. Zwar stechen manche Folgen etwas heraus und sind im Gesamtblick eher Füllmaterial, der Rest zielt aber wieder auf ein spannendes und vor allem menschliches Finale zu und kann begeistern. Auch Charaktere und Darsteller sind wieder auf Spitzenniveau. Wer also bislang mitfiebern konnte, wird auch hier wieder Abendfüllende Unterhaltung serviert bekommen.

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