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Luther - Staffel 4 - Kritik

von Maximilian Kremer

Kritik

6 – 4 – 4 – 2, was sich wie eine PIN-Nummer liest, ist in diesem Fall die Anzahl der Episoden der Staffeln von Luther. Leider nimmt die Anzahl an Episoden stetig ab. So hat die dritte Rückkehr von John Luther eine Laufzeit von nur noch 102 Minuten. Diese sind offiziell in zwei Episoden unterteilt. Auf der Blu-ray allerdings ist das komplette Geschehen zu einem Film zusammengeschnitten. Der Zuschauer sollte sich jedoch freuen, dass es überhaupt noch eine neue Staffel gibt, denn ähnlich wie Sherlock, hat auch Luther mit der wachsenden Popularität seines Hauptdarstellers zu kämpfen.

Nichts desto trotz ist auch Staffel 4 wieder typisch für Luther. Der Killer ist erneut ein absoluter Psychopath. Es wird wieder tief in die Abgründe der menschlichen Seele geblickt. Dies geschieht in düsteren und kalten Bildern. Da allerdings der Fall alleine die komplette Spieldauer nicht tragen würde, gibt es parallel einen zweiten Fall. Dieser ist wesentlich persönlicher für John Luther. Unterm Strich fügen sich beide Fälle zu einem homogenen Ganzen zusammen.

Idris Elba spielt wieder famos auf. Seine Präsenz, die bereits in den vorhergehenden Staffeln das Kernstück Luthers war, ist auch Staffel 4 wieder raumeinnehmend. Er reißt jede Szene an sich. Dies fällt ihm dieses Mal einfacher, da sein kongenialer Gegenpart Ruth Wilson, wie schon in Staffel 3, sehr kurz kommt. Das ist auch der Grund weshalb Staffel 4 im Vergleich zu den vorangegangenen etwas abfällt. Denn das Spiel zwischen Alice und John gehörte zu den Highlights der Serie.

Insgesamt ist Staffel 4 die schwächste. Nachdem bereits Staffel 3 etwas abbaute, dies aber mit einem furiosen Ende und einem Schockmoment ausgleichen konnte, fehlen Staffel 4 diese rettenden Elemente. Trotzdem ist die Staffel gut anzuschauen, durchaus spannend und gute Krimiunterhaltung.

Es ist zu empfehlen die Serie in der englischen Originalsprache zu schauen. Was Herr Elba allein mit seiner Stimme auszudrücken vermag, ist großartig und geht leider in der Synchronisation verloren. Rose Leslie („You know nothing, Jon Snow“, Game of Thrones) ist einer der Castzuwächse und macht ihre Sache sehr gut. Im Gegensatz zu Darren Boyd (The Worlds End) hat sie von Anfang an Ausstrahlung. Dieser Zuwachs war auch dringend nötig, denn die Serienmacher gehen mit ihren Charakteren alles andere als zimperlich um.

Idris Elba schürte auf Twitter die Hoffnungen, dass eine fünfte Staffel folgen wird. Auf die Frage, wie groß die Chancen für eine weitere  Staffel sind, antwortete er mit „Big Chance“. Das wäre auch wünschenswert, denn das Ende der vierten Staffel ist nicht geschlossen. Es bleiben einige Fragen offen. Diese fantastische Serie mit einem offenen Ende sterben zu lassen, wäre eine Schande.

Technischer Part

Die Scheibe kommt mit einem 1.77:1 Bildverhältnis daher. Das Bild ist sehr klar und technisch sauber. Ebenso wie der Ton, der sowohl in Deutsch als auch in Englisch in einem DTS-HD 5.1 Format vorliegt. Als Specials gibt es einen Rückblick auf die Staffeln eins bis drei, was den Einstieg sehr erleichtert, sowie ein Making-Of und ein Behind-the-Scenes, die zusammengenommen etwa 40 Minuten lang sind. Einziger Wermutstropfen ist, dass es keine Untertitel auf der Blu-Ray gibt - weder Englische noch Deutsche.

Fazit

Trotz seiner Länge ist die sehr kurze Staffel vor allem Lutherfans zu empfehlen. Wer mit den ersten Staffeln etwas anfangen konnte, wird auch hier seinen Spaß haben. Wer hingegen noch keine Folge Luther gesehen hat, sollte dies unbedingt vorher nachholen. Ohne das Wissen der ersten drei Staffeln, wird es schwierig der Handlung zu folgen.

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