Bildnachweis: © Die gute, alte Polaroid ... äh Smartphone-Kamera

Magazin-Vorstellung: Moviestar Retro

von Constantin Wieckhorst

Für Nostalgiker*innen und jene, die es werden wollen

​Weißt du noch damals?! Als sich Filme im Heimkino noch auf Magnetbändern befanden, die Fernseher quadratisch wie die Schokolade von Ritter Sport waren und das Internet bloß etwas für komplette Computer-Nerds darstellte? Kannst du dich noch erinnern, wie du – um dich über die neuesten Entwicklungen im Filmbusiness oder anstehende Kinofilme zu informieren – zum Zeitschriftenhändler deines Vertrauens gingst? Und wie es war, wenn du die glatten, leicht glänzenden Seiten eines der vielen Filmmagazine durchgeblättert hast? Dieses leise Rascheln, das dabei entstand. Dieser ganz eigene Geruch von Druckfarbe auf Papier, der sich langsam ausbreitete. Wenn du jetzt vor deinem geistigen Auge wieder in deinem Kinderzimmer sitzt, das Gewicht einer VHS- oder Betamax-Kassette in den Händen fühlst und sehnsüchtig schmachtest, dann hat Immundula genau das Richtige für dich!

Und falls du dich jetzt fragen solltest: „Hä, wie bitte? Wer oder was ist ein Immundula?!“ – das ist der Verlag, der hinter Magazinen wie Moviestar (jetzt macht es vermutlich Klick), DVD Blu-Ray Special sowie Streaming Serien Highlights (ehemals TV Serien Highlights) steckt. Und wenn du wissen möchtest, welche Rolle Alice im Wunderland dabei spielt, dann sei auf die Seite Immundula.de verwiesen, wo das Geheimnis um den Verlagsnamen gelüftet wird. Aber wir schweifen ab. Wo waren wir noch gleich? Ach ja, richtig! Immundula hat etwas für dich als alten Nostalgiker oder junge Nostalgikerin. Denn im Dezember 2023 brachte der Verlag das Magazin Moviestar Retro an den Start. Ein Magazin, das sich ausnahmsweise mal nicht wie viele andere Zeitschriftenformate mit zukünftigen Kino- wie auch Heimkinoveröffentlichungen befasst, sondern stattdessen eine Reise in die Vergangenheit antritt.

Ganz wie es das Wort „Retro“ bereits vermuten lässt, widmet sich Moviestar Retro dem, was einst war und somit jenen Grundlagen und Wegbegleitern, ohne die wir aus filmischer Sicht nicht dort wären, wo wir heute sind. Es geht in die frühen 2000er, die 90er, die 80er, die 70er, die 60er, die 50er und manchmal noch ein ganzes Stück weiter. Geboten werden dabei unter anderem Filmvorstellungen von Titeln jeglicher Couleur – quasi von Action über Komödien bis hin zu erotischem Schmuddelkram. Es werden aber auch die Gewinner bzw. Verlierer einzelner Kinojahre vorgestellt, es gibt Porträts über Filmschaffende, Interviews können ebenfalls vorkommen und neben den Texten prangen zahlreiche Farbfotos, die unter anderem Filmszenen, Covermotive oder Ähnliches zeigen. Man bekommt also eine überaus bunte Mischung aus so ziemlich allem nur Erdenklichen geboten, sodass es als Filmfan schier ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, für sich selbst nichts Interessantes in den etwas mehr als 110 Seiten starken Magazinen zu entdecken.

Aber werfen wir doch mal kurz einen groben Blick auf den Inhalt der vorletzten, wie auch den der aktuellen Ausgabe:

In der 15. Ausgabe für die Monate August/September ging es – neben einem Porträt über den Schauspieler Gregory Peck, einem Blick auf die Oscars von 1984 sowie einem Interview mit dem südafrikanischen Dust Devil-Regisseur Richard Stanley – unter anderem um Charles Bronsons Filme in den 70ern, den Sci-Fi-Horror M.A.R.K. 13 sowie dessen nie realisierte Fortsetzung, die Nackedei-Reihe 6 Schwedinnen, Disneys 80er-Jahre-Superheldenfilm Condorman, die französischen Teeniefilme La Boum 1 & 2 mit Sophie Marceau, Paolo Pasolinis Skandalfilm Die 120 Tage von Sodom sowie Quentin Tarantino und dessen stilprägende Erstlingswerke.

Die 16. Ausgabe für die Monate Oktober/November berichtet dir hingegen u. a. von den frühen Werken des Actionstars Jean-Claude Van Damme, dem inmitten der russischen Revolution angesiedelten Liebesdrama Doktor Schiwago, den mit Franka Potente besetzten Actionthriller Lola rennt, Sam Raimis Western Schneller als der Tod, den Giallo Knife of Ice von Umberto Lenzi sowie den Sci-Fi-Filmen des deutschen Filmemachers Rainer Erler. Zudem hat auch ein Porträt über Ingrid Bergman den Weg in das Heft gefunden.

Du siehst, es wurde bezüglich der inhaltlichen Abwechslung nicht zu viel versprochen. Die Texte als solche sind gleichermaßen informativ wie unterhaltsam und liefern unter anderem Hintergründe zur Entstehung von Werken, erzählen von etwaigen Problemen während der Produktion, berichten davon, wie die jeweiligen Filme beim Publikum ankamen oder wie sich die Karrieren einzelner Filmschaffender entwickelt haben. Was man allerdings sagen muss: Die vielen bunten, meist recht großen Fotos sind zwar hübsch anzuschauen, nehmen aber gleichzeitig einiges an Raum ein. Würde man sie entfernen, so dürfte von einem achtseitigen Beitrag meist wohl kaum mehr als die Hälfte übrigbleiben. Und über die Breite einiger Textspalten – teilweise sind diese nur etwa fünf Zentimeter breit, in die dann kaum sechs Wörter pro Zeile passen – lässt sich im Hinblick auf den Lesefluss ebenfalls streiten. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Erfreulich ist dafür, dass sich die Anzahl an Werbereklamen stark in Grenzen hält.

So viel dazu, und falls dein Interesse an der Moviestar Retro nun geweckt sein sollte, dann findest du dieses analoge Medium für 12,95 € beim Zeitschriftenladen deines Vertrauens oder online bei diversen Anbietern wie z. B. jpc.de oder bücher.de (dort können dann teilweise auch ältere Ausgaben nachgekauft werden). Aber Vorsicht: Es könnte passieren, dass dich das Nostalgie-Fieber packt!
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Hinweis: Die Ausgabe Nr. 15 (August/September) wurde uns freundlicherweise von der Immundula GmbH als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Fotos von den Magazinen wurden mit dem Smartphone aufgenommen und mithilfe von Pixia.org überarbeitet. 

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