Inhalt
Kritik
Bereits der Titel gibt es maßgeblich vorweg und ein kurzer Blick in den Szenenkader des Films genügt, um die Annahme zu bestätigen. Gilda ist in erster Linie ein Film über eine Frau. Über Rita Hayworth (Die Lady von Shanghai), die durch ihre laszive Darbietung ihr eigenes Image zur damaligen Zeit geprägt hat. Später meinte sie einmal, dass das Problem sei, dass die Männer mit Gilda ins Bett gingen aber mit Rita aufwachten. Sie ist keinesfalls die Protagonistin des Films, diese Rolle fällt Glenn Ford (Heißes Eisen) in seiner eigenen Interpretation des typischen Noir-Helden zu, doch die Szenerie dominiert sie zu jeder Sekunde – und das nicht nur in den ausgedehnten Tanzsequenzen, die förmlich zum Personenkult einladen. Vor ihrem ersten Auftauchen ist es ein Schleier düsterer Vorahnung, der sich behutsam über Charles Vidors (Es tanzt die Göttin) legt, danach beherrscht sie Motivation und Tat aller zentralen Figuren.
Entstanden Ende der 1940er und somit am Höhepunkt der Schwarzen Serie kann Gilda mit seiner Handlung wenig überraschen. Undurchsichtige Typen treffen auf verführerische Frauen und der Vorhang um die verschachtelte Kriminalgeschichte lichtet sich nur zögerlich. Durchaus spannungsgeladen erzählt der Film von den typischen Themen des Film Noirs, von Verführung, Täuschung und Trugbildern. Vieles ist an diesem Klassiker bekannt, dem Film schadet das jedoch nicht im Geringsten. Seinen einnehmenden Sog generiert der Film nämlich in erster Linie durch sein stimmiges Gesamtkonzept, wie aus einem Guss greifen Form und Inhalt ineinander. Die stimmungsvollen schwarz-weiß Bilder tun ihr Übriges und so wird Gilda auch atmosphärisch zu einem Genuss.
Besonderes Augenmerk gebührt jedoch der Beziehung der beiden Hauptfiguren, die sich passenderweise als Hassliebe beschreiben lässt. Lange Zeit ist ungewiss wer mit falschen Karten spielt und in Kombination mit dem ungewöhnlichen Für- und Gegeneinander sorgt das für eine ausgezeichnete Dynamik. Vidor tut es dabei seinem Protagonisten gleich und inszeniert direkt, gekonnt und zielstrebig. Nichts wirkt willkürlich, die Szenerie präzise geformt, die Darsteller gekonnt geführt und die Kamera immer präzise ausgerichtet. Interessant wird es immer dann, wenn Gilda die typischen Aspekte des Film Noirs minimal variiert und dadurch für etwas Abwechslung und Ungewissheit sorgt, denn in der Abwandlung von der Norm liegt immer noch die größte Faszination.
Fazit
Mit „Gilda“ hat Charles Vidor einen Klassiker des Film Noirs gedreht, der mit den typischen Aspekten der Schwarzen Serie punkten kann. Rita Hayworth glänzt als zentraler Motor des Films, während die stilvollen schwarz-weiß Bilder die tonale Grundlage für ein überaus stimmungsvolles Werk setzen. Wer den Film Noir schätzt, der kommt an diesem Werk kaum vorbei.