Bildnachweis: © Sony | Fiktives Filmposter aus "Once Upon a Time...in Hollywood"

"Bounty Law" - Quentin Tarantino verfestigt Pläne für Western-Miniserie und will selbst Regie führen

von Dominik König

Quentin Tarantino lieferte vergangenen Sommer mit Once Upon a Time... in Hollywood einmal mehr eine Liebeserklärung an das Kino selbst, aber auch an das Hollywood der ausgehenden 60er Jahre ab. Und da die Traumfabrik sich nur allzu gerne selbst feiert, wurde das zu Anfang der Woche auch gleich bei Verkündung der Oscarnominierungen honoriert. Mit der Aussicht auf 10 Goldjungen, darunter den für Bester Film, gilt der Streifen als einer der ganz großen Favoriten in dieser Award-Saison.

Doch bewies Tarantino in seiner geschichtsverklärenden Hollywood-Mär auch nicht nur einmal mehr sein Herz für verblassende Hollywood-Stars, die er ja selbst auch regelmäßig für seine Filme wieder aus der Versenkung holt, sondern auch die Liebe zum damaligen Fernsehen. s ausgedienten TV-Darsteller Rick Dalton ließ er vom Ruhm der Hauptrolle in der fiktiven NBC-Westernserie Bounty Law zehren und ein Werbespot für eben diese diente sogar als Intro für den Film. Schon länger ist bekannt, dass Tarantino an der Idee dazu offenbar so sehr Gefallen fand, dass er mit dem Gedanken spielte, Bounty Law als reales Serienprojekt umzusetzen.

Was aber zunächst wie eine übermütige Fanboy-Spinnerei anmutete, scheint nur tatsächlich konkrete Formen anzunehmen. Wie u.a. die Kollegen von Deadline im Interview mit dem Kultregissseur erfuhren, sollen bislang fünf Episoden mit je einer halben Stunden Laufzeit geplant sein. Dabei wird Tarantino aber nicht nur als Produzent fungieren, sondern zu allen auch die Drehbücher schreiben sowie höchstselbst Regie führen: 

"Seit "Bounty Law" auf den Plan tritt, will ich das machen, aber es wird mich wohl anderthalb Jahre kosten. Am Ende schrieb ich fünf halbstündige Episoden. Also werde ich sie machen, und ich werde bei allen Regie führen."

Weiter ging Tarantino im Interview zudem etwas ausführlicher darauf ein, was einen bei Bounty Law erwarten könnte:

Es gibt dieses Intro aus Once Upon a Time in Hollywood, aber ich halte es nicht für einen Teil dieses Films, auch wenn es das ist. Es handelt nicht von Rick Dalton, der Jake Cahill spielt. Es geht um Jake Cahill. Alles begann damit, dass ich mir einen Batzen "Wanted, Dead or Alive" (zu deutsch: Josh: Die Kopfgeldjäger), "The Rifleman" (Westlich von Santa Fé) und "Tales of Wells Fargo" ansah, diese halbstündigen Serien, um auf den Gedanken zu Bounty Law zu kommen, dieser Art von Sendung, in der Rick zu sehen war. Ich hatte es schon vorher gemocht, aber ich vertiefte mich wirklich hinein. Das Konzept, eine dramatische Geschichte innerhalb von einer halben Stunde zu erzählen. Du schaust es und denkst dir, wow, da ist höllisch viel an Storytelling, was da in 22 Minuten abgeht. Und ich dachte, ich frage mich, ob ich das kann?

Klingt also bisher ganz danach, als würde Quentin Tarantino tatsächlich ernst machen und sich, statt seinem bereits abgesagten Star Trek Projekt, als nächstes seiner ersten eigenen Miniserie zuwenden. Wie diese genau aussehen wird, bleibt aber weiterhin noch recht vage. Es darf bezweifelt werden, dass Leonardo DiCaprio, der zu den bestbezahltesten Schauspielern gehört und für Once Upon Time...in Hollywood nur die Hälfte seiner üblichen Gage kassierte, damit der Film überhaupt realisiert werden konnte, für eine TV-Produktion zurückkehren wird.

Nicht unwahrscheinlich hingegen ist, dass Tarantino Netflix als Heimstätte für Bounty Law auserkoren haben könnte, schließlich veröffentlichte der Streamingdienst, zumindest in den USA, bereits seinen Vorgängerfilm The Hateful 8 als vierteilige Miniserie und auch Once Upon a Time...in Hollywood soll in einer erweiterten Fassung ebenfalls bald dort zu sehen sein. Da wäre es nur folgerichtig, dass vermeintliche Spin- bzw. Rip-Off ebenfalls zusammen mit dem Marktriesen zu verwirklichen.

Was haltet ihr von den Neuigkeiten zu einer Tarantino-Miniserie zu "Bounty Law"?

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