Bildnachweis: © Universal | Szene aus "Disclosure Day - Tag der Wahrheit"

Großer Bond-Hoax aufgeflogen: Walisischer Schauspieler doch kein 007-Kandidat

von Sebastian Groß

Gerüchte um die Neubesetzung von James Bond gehören seit Jahrzehnten zur Popkultur. Kaum endet eine Ära, beginnt das Rätselraten um den nächsten Darsteller. Im vergangenen Jahr schaffte es jedoch ein besonders hartnäckiges Gerücht in zahlreiche Medien – und stellte sich später als gezielte Täuschung heraus.

Unbekannter Waliser galt als 007-Kandidat

Im Mittelpunkt stand der Schauspieler Scott Rose-Marsh (siehe Bild rechts). Der unbekannte Waliser, der bislang nur kleine Nebenrollen spielte (etwa in der Serie The Outlaws), wurde plötzlich als ernsthafter Kandidat für die Nachfolge von Daniel Craig gehandelt. Auslöser war eine an Journalist*innen versandte E-Mail, die angeblich internes Casting-Material belegte. Absender: ein gewisser „Michael Lawrence“.

Die Nachricht enthielt Screenshots eines stark geschwärzten E-Mail-Verlaufs sowie Auszüge aus angeblichen Drehbuchseiten für einen neuen Bond-Film mit dem internen Arbeitstitel „Project Knight“. Demnach habe Rose-Marsh bereits vorgesprochen. Auffällig waren jedoch inhaltliche Ungereimtheiten.

Gefälschte Dokumente - fast wie bei echten Spionen

Später ergaben Recherchen, dass sowohl das Casting-Dokument als auch das angebliche Drehbuch gefälscht waren. Mehrere Branchenkenner widersprachen zudem dem genannten Zeitplan. Seriöse Quellen betonten, dass ein offizielles Casting erst beginnen könne, nachdem Regisseur  andere Projekte abgeschlossen habe. Dennoch griffen erste US-Medien das Gerücht auf, weitere folgten. Buchmacher nahmen Rose-Marsh in ihre Wettlisten auf, Lifestyle-Magazine erklärten ihn zum möglichen Bond-Anwärter.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Geschichte, als Rose-Marsh selbst ein Interview gab und auf die Frage nach einem Bond-Casting ausweichend reagierte. Eine klare Bestätigung oder ein Dementi blieb aus – was die Spekulationen weiter anheizte. Erst Monate später wurde eindeutig klargestellt: Rose-Marsh hat nie für James Bond vorgesprochen. Ein Insider bestätigte, dass das verbreitete Drehbuch frei erfunden war. Der Schauspieler selbst distanzierte sich von Täuschungsversuchen, erklärte jedoch, er äußere sich grundsätzlich nicht zu Gerüchten.

Damit ist das Thema um einen neuen Bond zwar noch lange nicht vom Tisch, doch zumindest scheint es nun einen Kandidaten weniger zu geben.

Auch abseits des Castings bleiben jedoch zahlreiche Fragezeichen offen. Etwa die, wer den Titelsong für den 26. Film rund um den berühmten Superagenten beisteuern wird. Die Britpop-Legenden von Oasis haben bereits signalisiert, dass sie für diesen Job bereitstünden. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Diese Seite verwendet Cookies. Akzeptieren.