Nach seinen internationalen Durchbrüchen mit den beiden The Raid 2-Filmen schien Iko Uwais endgültig in Hollywood angekommen zu sein. Doch trotz kleinen und größen Auftritten in Produktionen wie Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht (2015) und Mile 22 (2018) blieb der große Durchbruch als führender Actionstar aus. Statt seine physische Präsenz und sein außergewöhnliches Silat-Können ins Zentrum zu rücken, wurde er in Nebenrollen oder als Antagonist eingesetzt – sichtbar, aber selten wirklich prägend. Nun kehrt Uwais dorthin zurück, wo sein Stil einst Filmgeschichte schrieb: nach Indonesien und zu jener kompromisslosen Form des Martial-Arts-Kinos, die ihn weltweit bekannt machte.
Passt: Iko Uwais wird zum "Warrior"
Mit Warrior (der Innovationspreis für den Titel ist schon mal futsch) übernimmt Uwais die Hauptrolle in einem neuen indonesischen Actionthriller, der ihn erneut als Silat-Kämpfer inszeniert. Im Mittelpunkt steht ein ehemaliger Elite-Kämpfer, der nach einer Haftstrafe versucht, seiner gewalttätigen Vergangenheit zu entkommen. Der Wunsch nach einem Neuanfang gerät jedoch ins Wanken, als ein Verbrechersyndikat sein Viertel unter Kontrolle bringt und systematisch Einfluss auf die lokalen Strukturen nimmt.
Was zunächst als schleichende Machtdemonstration beginnt, entwickelt sich rasch zu einer Eskalation. Als das Syndikat beginnt, gezielt Menschen aus dem Umfeld des Protagonisten unter Druck zu setzen, sieht dieser sich gezwungen, erneut zu den Fähigkeiten zu greifen, die er eigentlich hinter sich lassen wollte. Aus dem Versuch, Distanz zur eigenen Geschichte zu wahren, wird ein unausweichlicher Konflikt.
Inszeniert wird der Film von John Radel, der hier sein Debüt als Solo-Regisseur gibt. Radel ist bislang vor allem als Kameramann und Produzent in Erscheinung getreten und arbeitete unter anderem an Monkey Man (2024). Mit Uwais verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit über mehrere Filmprojekte hinweg. Beide stehen zudem gemeinsam für den kommenden Sci-Fi-Actionfilm Skyline: Warpath vor der Kamera, in dem Uwais an der Seite von Scott Adkins zu sehen sein wird. Die Dreharbeiten zu Warrior sollen im Sommer vollständig in Indonesien beginnen. Ein Release irgendwann 2027 scheint wahrscheinlich.
Uwais- und Actionfans werden sicher hoffen, dass der Martial-Arts-Star nach westlichen Mega-Flops wie The Expendables 4 (2023) zu alter Form zurückfindet. Das Talent ist definitiv vorhanden und wurde im bislang letzten Teil der Geronto-Söldner-Reihe sträflich vernachlässigt. Warum der vierte Teil so ein Desaster wurde? Nun, Expendables-Veteran Dolph Lundgren hat da seine ganz eigene Theorie.