Netflix steigt aus dem Bieterrennen um Warner Bros. Discovery aus. Wie das Unternehmen offiziell mitteilte, wird der Streamingdienst sein Angebot nicht erhöhen. Damit gilt das Konsortium um Paramount Skydance als Favorit bei der geplanten Übernahme des traditionsreichen Studios. Die Entscheidung markiert eine überraschende Wende in einem monatelangen Übernahmepoker, der die Branche intensiv beschäftigt hat.
Paramount Skydance setzt sich im Bieterprozess durch
In einer Stellungnahme bestätigte Netflix, dass der Vorstand von Warner Bros. Discovery das jüngste Angebot von Paramount Skydance als „Superior Proposal“ eingestuft habe. Auf dieser Grundlage habe man sich entschlossen, das eigene Angebot nicht weiter zu erhöhen.
Netflix erklärte, die ursprünglich ausgehandelte Transaktion hätte aus Sicht des Unternehmens einen klaren Mehrwert für die Aktionär*innen geschaffen und zugleich gute Chancen auf eine regulatorische Genehmigung gehabt. Angesichts der nun erforderlichen finanziellen Nachbesserungen sei das Geschäft jedoch wirtschaftlich nicht mehr attraktiv. Man bleibe diszipliniert und werde deshalb nicht mitziehen.
Damit endet ein intensiver Verhandlungsprozess, in dem Netflix mehrfach nachgebessert hatte. Berichten zufolge waren zuvor bereits mehrere Offerten abgelehnt worden. Paramount Skydance erhöhte sein Angebot schrittweise und positionierte sich schließlich erfolgreich gegen den Streaming-Konzern.
Politische Dimensionen und milliardenschwere Folgen
Die Entwicklung fällt zeitlich mit einem Besuch von Netflix-Co-CEO Ted Sarandos im Weißen Haus zusammen, wo er sich mit Donald Trump traf. Über Inhalte oder mögliche Auswirkungen des Gesprächs ist bislang nichts offiziell bekannt. Ob politische oder regulatorische Erwägungen eine Rolle bei der finalen Entscheidung spielten, bleibt daher Spekulation.
Fest steht hingegen: Sollte die Übernahme durch Paramount Skydance wie geplant vollzogen werden, wird das Konsortium eine Break-up-Gebühr in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix zahlen müssen. Diese Summe war im Rahmen der bestehenden Vereinbarung zwischen Netflix und Warner Bros. Discovery für den Fall eines alternativen Abschlusses festgeschrieben worden.
Branchenbeobachter verweisen zudem auf frühere Berichte, wonach die neue Eigentümerstruktur strategische Veränderungen inhaltlicher Natur anstoßen könnte. So wurde spekuliert, das künftige Unternehmen könne stärker auf US-zentrierte Inhalte setzen. Teil des Deals wäre auch die vollständige Kontrolle über den Nachrichtensender CNN, der bislang zu Warner Bros. Discovery gehört.
Mit dem Rückzug von Netflix ist der Weg für Paramount Skydance nun frei, die Übernahme weiter voranzutreiben. Ob und wie sich dadurch die strategische Ausrichtung eines der bedeutendsten Hollywood-Studios verändern wird, dürfte die Medienbranche in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen.