Bildnachweis: © Paramount | Szene aus "Pulp Fiction"

"Pulp Fiction"-Star kritisiert Quentin Tarantino: Debatte über umstrittenes Wort flammt erneut auf

von Sebastian Groß

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Kinostart von Pulp Fiction wird erneut über den Umgang mit Sprache in Filmen von Quentin Tarantino diskutiert. Auslöser ist eine aktuelle Aussage von Schauspielerin , die in dem Kultfilm aus dem Jahr 1994 Jody spielte, eine Nebenfigur die Piercings mag (auf dem oberen Bild, die Dame im weißen Bademantel).

In einem Interview äußerte sich die Darstellerin, die aktuell im Kino in The Moment zu sehen ist, kritisch zur wiederholten Verwendung des N-Wortes in Tarantinos Werk – und löste damit eine Debatte aus, die das Kino seit Jahren begleitet.

Kritik an Tarantinos Sprachgebrauch

Im Gespräch mit der britischen Sunday Times würdigte Arquette zunächst die Bedeutung von Pulp Fiction für die Filmgeschichte. Zugleich machte sie deutlich, dass sie den häufigen Einsatz des rassistischen Begriffs in Tarantinos Filmen ablehnt. Ihrer Ansicht nach sei die wiederholte Verwendung nicht künstlerisch begründet, sondern problematisch.

Mit ihrer Kritik steht Arquette nicht allein. Auch andere Filmschaffende haben in der Vergangenheit Tarantinos Umgang mit dem Wort öffentlich hinterfragt. Besonders prominent äußerte sich etwa Regisseur Spike Lee, der bereits in den 1990er-Jahren bemängelte, dass der Begriff in mehreren Tarantino-Filmen auffällig häufig vorkomme. Lee erklärte damals, er habe grundsätzlich nichts gegen das Wort, halte dessen übermäßige Verwendung in Filmen jedoch für unangemessen.

Der Regisseur verwies dabei unter anderem auf Werke wie Reservoir Dogs (1992), Jackie Brown (1997) sowieDjango Unchained (2012) und The Hateful 8 (2015), in denen der Ausdruck mehrfach fällt. Auch The United States vs. Billie Holiday-Regisseur Lee Daniels äußerte in jüngerer Zeit Kritik und stellte infrage, ob Tarantinos Begründung für die Verwendung des Begriffs überzeugend sei.

Gleichzeitig gibt es innerhalb der Branche auch Stimmen, die Tarantino verteidigen. Schauspieler Samuel L. Jackson, der unter anderem in Pulp Fiction und Django Unchained mitwirkte, argumentierte in einem Interview, die Dialoge spiegelten vor allem die Figuren und ihre Welt wider. Kritiker*innen würden sich seiner Meinung nach zu stark auf Tarantino konzentrieren, obwohl ähnliche sprachliche Darstellungen auch in anderen Filmen vorkämen.

Fraglich ist, ob Tarantino gerade die Zeit und Muse hat, darauf zu reagieren, denn der Kult-Regisseur arbeitet an einem neuen Projekt - aber es ist kein Film oder Serie. Mehr dazu erfahrt ihr hier:

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