Die geplante Actionfortsetzung Rush Hour 4 entwickelt sich zunehmend zu einem komplizierten Projekt, das weniger durch kreative Impulse als durch wirtschaftliche und politische Verflechtungen Schlagzeilen macht. Nachdem der Film lange Zeit als beschlossene Sache galt, geraten nun zentrale Aspekte ins Wanken – von der Finanzierung bis hin zur Besetzung. Besonders brisant: Auch politische Einflussnahme und strategische Entscheidungen großer Medienkonzerne scheinen eine Rolle zu spielen.
Einfluss von Politik und Studios: "Rush Hour 4" gerät ins Stocken
Laut Berichten aus der Branche soll FIFA-Friedenspreisträger Trump indirekt an der Wiederbelebung des Projekts beteiligt gewesen sein. Demnach habe er Einfluss auf die Entscheidung genommen, das Projekt überhaupt voranzutreiben – unter anderem durch Kontakte zu den Ellison-Brüdern, die mit ihrer Produktionsfirma eng mit Paramount Global verbunden sind. In der Folge soll auch Warner Bros. als Rechteinhaber grünes Licht signalisiert haben. Diese Konstellation wirft Fragen auf, da politische Impulse in der Filmindustrie selten transparent und oft umstritten sind.
Parallel dazu wurde der ursprünglich geplante Drehstart für den Sommer verschoben. Die Produktion, die in mehreren Ländern stattfinden soll, könnte nun frühestens im September beginnen. Ein wesentlicher Grund dafür ist das angestrebte Budget von rund 120 Millionen US-Dollar, das bislang nicht vollständig abgesichert scheint. Gerade in einem Markt, der sich zunehmend auf kalkulierbare Marken und Streamingstrategien konzentriert, wirkt ein solch kostspieliges Projekt ohne klare Erfolgsgarantie riskant.
Gagenstreit und wirtschaftliche Zweifel belasten die Produktion
Ein weiterer Streitpunkt sind die noch offenen Verträge mit den Hauptdarstellern Jackie Chan und Chris Tucker. Beide sollen ein Angebot über jeweils acht Millionen US-Dollar abgelehnt haben. Zum Vergleich: Für den dritten Teil erhielten sie jeweils rund 20 Millionen. Ob ihre Forderungen tatsächlich in dieser Größenordnung liegen, ist nicht bestätigt – fest steht jedoch, dass eine Einigung entscheidend für den Fortgang der Produktion ist.
Sollten sich die Gagen deutlich erhöhen, könnte das Gesamtbudget auf etwa 140 Millionen US-Dollar steigen. Damit würde sich die wirtschaftliche Belastung weiter verschärfen – zumal unklar ist, ob das Publikum heute noch in vergleichbarem Maße auf die Marke reagiert. Hinzu kommt, dass Teile der Finanzierung aus geopolitisch angespannten Regionen stammen sollen, was zusätzliche Unsicherheiten birgt.
Auch Regisseur und spätestens sein seiner Melania-Doku Trump-Freund Brett Ratner steht im Zentrum der Debatte. Nach Jahren abseits des klassischen Hollywoodbetriebs versucht er mit Rush Hour 4 ein Comeback. Doch angesichts der Vielzahl offener Fragen wirkt das Projekt derzeit weniger wie ein sicherer Kassenerfolg als vielmehr wie ein riskantes Unterfangen, das stark von externen Interessen geprägt ist.