Bildnachweis: © 20th Century Studios | Werbemotiv zu "Avatar - Aufbruch nach Pandora"

"Avatar" sorgt für Ärger: James Cameron und Disney verklagt wegen angeblich unerlaubter Nutzung eines Gesichts

von Sebastian Groß

Ein neuer Rechtsstreit sorgt in Hollywood für Aufmerksamkeit und rückt einen Oscar-Preisträger sowie Major Studio ins Spotlight: Regisseur James Cameron und Walt Disney wurden von der Schauspielerin Q’orianka Kilcher verklagt. Im Zentrum der Vorwürfe steht die angeblich unautorisierte Nutzung ihres Gesichts im Zusammenhang mit der Figur Neytiri aus dem Science-Fiction-Franchise Avatar.

Vorwürfe rund um die Entstehung von "Avatar"

In der Klageschrift behauptet Kilcher, ihr Gesicht sei ohne Zustimmung als visuelle Grundlage für die Avatar-Figur verwendet worden. Demnach soll eine Fotografie, die sie im Alter von 14 Jahren zeigt, in den Designprozess eingeflossen sein. Dieser habe sich über mehrere Produktionsstufen erstreckt – von Zeichnungen über digitale Modelle bis hin zu finalen 3D-Animationen.

Laut den eingereichten Unterlagen sei das Material anschließend in verschiedenen visuellen Effekten, Werbemitteln und später auch in Fortsetzungen des Films genutzt worden. Besonders kritisch bewertet die Klägerseite, dass dies ohne Wissen oder Einwilligung der damals minderjährigen Schauspielerin geschehen sein soll.

Die rechtliche Auseinandersetzung dreht sich auch um die Frage, wo Inspiration endet und eine unrechtmäßige Nutzung beginnt. Die Anwälte von Kilcher sprechen von einem systematischen Prozess, in dem biometrische Gesichtszüge in ein kommerzielles Filmprojekt übertragen worden seien. In einem Statement heißt es:

„Was Cameron getan hat, war keine Inspiration, sondern Entnahme.“

Kilcher selbst schildert, sie habe erst Jahre später von dem mutmaßlichen Zusammenhang erfahren. Besonders betroffen zeigt sie sich darüber, dass ihr Bild als Jugendliche Teil eines milliardenschweren Filmfranchise geworden sein soll, ohne dass sie davon wusste oder zustimmte.

Milliarden-Erfolg von "Avatar" rückt erneut in den Fokus

Der Avatar - Aufbruch nach Pandora spielte weltweit rund 2,92 Milliarden US-Dollar ein und zählt damit zu den erfolgreichsten Kinoproduktionen aller Zeiten. Die beiden Sequels waren ebenfalls sehr erfolgreich.  Genau diese wirtschaftliche Dimension spielt nun auch im Verfahren eine zentrale Rolle, da die Klägerseite fordert, mögliche Gewinne aus der Nutzung ihres Gesichts offenzulegen und gegebenenfalls zurückzuführen.

Die Klage verlangt unter anderem Schadensersatz sowie eine öffentliche Korrektur der Vorgänge. Darüber hinaus wird geprüft, ob neue gesetzliche Regelungen zu sogenannten digitalen Nachbildungen im US-Bundesstaat Kalifornien verletzt wurden. Für Cameron und Disney könnte der Fall damit auch über die Filmbranche hinaus rechtliche Signalwirkung entfalten.

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