Bildnachweis: © Studiocanal | Szene aus "Die Fabelhafte Welt der Amelie"

Neue Studie macht Kino Hoffnung: Gen Z entdeckt die große Leinwand wieder für sich

von Thomas Repenning

Totgesagte leben länger: Während Streaming und Social Media oft als Totengräber des klassischen Kinobesuchs gelten, zeichnet eine neue internationale Studie ein deutlich anderes Bild. Vor allem junge Menschen scheinen das Kino wieder stärker für sich zu entdecken.

Gen Z geht wieder häufiger ins Kino

Wie eine neue Untersuchung der Global Cinema Federation zeigt, bleibt das Kino gerade für die Generation Z relevant. 78 Prozent der unter 25-Jährigen gaben an, heute genauso oft oder sogar häufiger ins Kino zu gehen als noch vor sechs Monaten. Das entspricht einem deutlichen Anstieg.

Auch emotional scheint das Kino für junge Menschen weiterhin eine große Rolle zu spielen: 73 Prozent der Befragten sehen Kinobesuche als wichtig für ihr persönliches Wohlbefinden, 59 Prozent empfehlen das Erlebnis aktiv weiter.

Besonders bemerkenswert: Nur sieben Prozent aller Befragten erklärten, Filme grundsätzlich lieber zu Hause als auf der großen Leinwand zu schauen.

Kino bleibt sozialer Treffpunkt

Die Zahlen stützen die These, dass das Kino für viele Menschen weit mehr ist als nur ein Ort zum Filmschauen. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Isolation bleibt das gemeinsame Erlebnis offenbar ein wichtiger Faktor.

Auch in Deutschland gibt es positive Signale: Laut Branchenangaben erreichten die Besucherzahlen im ersten Quartal 2026 erstmals wieder ein Niveau wie vor der Pandemie. Trotz der positiven Entwicklung nennt die Studie klare Gefahren für die Kinobranche. Besonders problematisch bleiben immer kürzere Auswertungsfenster zwischen Kinostart und Streaming-Veröffentlichung.

Laut Studie gehen Menschen im Schnitt 2,2-mal seltener ins Kino, wenn Filme schnell im Heimkino landen. Bei besonders kurzen Fenstern steigt dieser Effekt sogar auf das 3,1-Fache.

Weitere Herausforderungen für die Branche

Neben Streaming nennt die Studie auch Markt-Konzentration und den Einfluss künstlicher Intelligenz als mögliche Risiken für die Zukunft der Kinolandschaft. In Deutschland kommt hinzu, dass mit dem Ende staatlicher Fördermaßnahmen zuletzt ein wichtiger Schutzmechanismus für kleinere Kinos weggefallen ist.

Trotz aller Herausforderungen sendet die Studie ein klares Signal: Das Kino hat bei jungen Menschen noch lange nicht ausgedient.

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