Bildnachweis: © Paramount | Behind-the-Scenes von "In meinem Himmel"

"Wir haben den falschen Schauspieler besetzt" – Peter Jackson spricht offen über das "The Lovely Bones"-Recasting von Ryan Gosling

von Sebastian Groß

Im Rückblick auf die Produktion von In meinem Himmel (2009), der Verfilmung des Romans von Alice Sebold, hat Regisseur nun Stellung zu einer der meistdiskutierten Casting-Entscheidungen des Films bezogen, der im Original The Lovely Bones heißt. Im Zentrum steht dabei die kurzfristige Umbesetzung von Ryan Gosling, der ursprünglich für eine zentrale Vaterrolle vorgesehen war, bevor er durch Mark Wahlberg ersetzt wurde.

Die Produktion sorgte bereits 2010 für Schlagzeilen, als Gosling öffentlich erklärte, er sei kurz vor Drehbeginn aus dem Projekt entlassen worden. Nun hat Jackson die damalige Entscheidung erneut kommentiert – und dabei ungewöhnlich selbstkritische Worte gewählt.

Was ist passiert bei "The Lovely Bones"?

Gosling war ursprünglich für die Rolle des Vaters von  in The Lovely Bones vorgesehen. Laut damaligen Berichten und Aussagen des Schauspielers kam es jedoch kurz vor Produktionsstart zur Trennung, nachdem es Differenzen über die Interpretation und physische Gestaltung der Figur gegeben haben soll.

Gosling selbst erklärte, dass es unterschiedliche Vorstellungen über das Erscheinungsbild der Figur gegeben habe. Er habe sich bewusst verändert und ordentlich Gewicht zugelegt, um der Rolle näherzukommen, während die Kommunikation im Vorfeld der Dreharbeiten offenbar nicht ausreichend gewesen sei. Die Folge: Ein abrupter Austausch kurz vor Drehbeginn.

Peter Jackson: Wenn wir "neu besetzen, dann ist es eigentlich unser Fehler"

Im Rahmen eines Gesprächs in Cannes sprach Jackson offen über die damalige Entscheidung – jedoch ohne einzelne Beteiligte direkt anzugreifen. Vielmehr betonte er die Verantwortung der Produktion:

„Ich werde nicht über einzelne Beispiele von Schauspielern sprechen, weil es etwas Persönliches ist und nicht ihre Schuld. Wenn wir einen Schauspieler neu besetzen, dann ist das eigentlich unser Fehler, weil wir die falsche Besetzung für die Rolle gewählt haben.“

Er führte weiter aus: 

„Es liegt nicht daran, dass sie etwas falsch gemacht haben. Man muss sich bewusst machen, dass das, was man sich vorgestellt hat, nicht wirklich funktioniert hat – das heißt, wir lagen falsch und übernehmen dafür die volle Verantwortung.“

Auch zur generellen Dynamik am Set äußerte sich Jackson reflektiert:

„Ryan ist ein fantastischer Schauspieler, das wissen wir. Filme sind Chemie – vor der Kamera und dahinter. Es ist eine komplexe Mischung aus Kommunikation, wie jemand in eine Gruppe, eine Geschichte und eine Figur hineinpasst. Und manchmal funktioniert diese Verbindung nicht so, wie man es sich erhofft.“

Was aus „The Lovely Bones“ wurde

Nach der Umbesetzung übernahm Mark Wahlberg schließlich die Rolle des Vaters. Die Dreharbeiten verliefen anschließend ohne weitere größere Casting-Debatten, und der Film wurde 2009 fertiggestellt und veröffentlicht. Die Produktion blieb jedoch vor allem wegen ihrer ungewöhnlichen Tonalität und der Diskussionen rund um das Casting in Erinnerung.

Trotz gemischter Kritiken entwickelte sich der Film im Laufe der Jahre zu einem häufig diskutierten Werk innerhalb von Jacksons Filmografie – nicht zuletzt wegen der nun erneut aufgegriffenen Hintergründe seiner Entstehung. Kommerziell blieb der Titel aber hinter den Erwartungen zurück. Einen Blick ist die Romanverfilmung aber alleine wegen Stanley Tucci wert, der hier in einer ungewohnten Rolle brilliert.

Erzählt wird die Geschichte der 14-jährigen Susie Salmon, die 1973 ermordet wird und danach aus einer Zwischenwelt heraus ihre Familie und den Täter beobachtet. Während ihre Angehörigen mit Trauer, Schuld und der Suche nach Antworten kämpfen, bleibt der Mörder zunächst unerkannt in ihrer Nähe. Susie verfolgt zugleich das Geschehen zwischen den Lebenden und dem Jenseits, bis sich nach und nach die Wahrheit über ihr Schicksal offenbart.

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