Der enorme Kinoerfolg des Independent-Horrorthrillers Obsession - Du sollst mich lieben sorgt derzeit nicht nur an den Kinokassen für Schlagzeilen. Sally Choi, die als Art Director an dem Film beteiligt war, hat sich in den sozialen Medien überraschend offen über ihre Bezahlung geäußert. Angesichts der inzwischen prognostizierten Einnahmen des Films zeigte sie sich unzufrieden mit den finanziellen Bedingungen, die sie während der Produktion akzeptiert hatte.
Art Director von "Obsession" spricht Klartext
In einem ausführlichen Instagram-Beitrag erklärte Choi, sie habe lange mit sich gerungen, das Thema öffentlich anzusprechen. "Ich habe lange darüber nachgedacht", schrieb sie. Die vergangenen zwei Jahre seit den Dreharbeiten hätten sie stark beschäftigt, weshalb sie ihre Erfahrungen nun offen teilen wolle.
Besonders die Diskrepanz zwischen Budget und Einnahmen des Films stößt ihr nach eigenen Angaben auf. "Der Film wurde für 750.000 US-Dollar gemacht und wird voraussichtlich 250 Millionen US-Dollar einspielen", schrieb sie. Für ihre Arbeit als Art Director habe sie dagegen lediglich 300 US-Dollar pro Tag erhalten. Nach Abzug der Steuern seien ihr insgesamt nur und etwas über 6.700 US-Dollar geblieben. Zusätzlich seien keine Fahrtkosten übernommen worden.
Rückblickend bereut Choi vor allem ihr Verhalten während der Vertragsverhandlungen. Sie habe sich damals davon überzeugen lassen, die Bedingungen zu akzeptieren, anstatt stärker für sich einzustehen. "Ich ärgere mich jeden einzelnen Tag darüber, dass ich die Produktion nicht aufgemischt habe", erklärte sie. Sie sei ermutigt worden, keinen Widerstand zu leisten, und habe diesen Rat damals "naiverweise" befolgt.
Diskussion über faire Bezahlung bei Independent-Filmen
Die Aussagen der Art Director sorgten innerhalb kurzer Zeit für große Aufmerksamkeit und lösten eine Debatte über die Vergütung kreativer Fachkräfte in der Filmbranche aus. Während viele Nutzer*innen Verständnis für ihren Frust zeigten, verwiesen andere darauf, dass es sich bei "Obsession" ursprünglich um eine Low-Budget-Produktion mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten gehandelt habe.
Unabhängig von den unterschiedlichen Reaktionen lenkt Chois Beitrag die Aufmerksamkeit auf eine häufig diskutierte Frage in Hollywood: Wie sollten jene entlohnt werden, die an kleinen Produktionen mitarbeiten, wenn diese später zu weltweiten Überraschungserfolgen werden? Eine Antwort darauf gibt es bislang nicht – die Diskussion dürfte durch den Fall Obsession jedoch weiter an Fahrt gewinnen.
Obsession lief bei uns vor einigen Wochen bereits auf dem Fantasy Filmfest Nights und wird am 25. Juni auch regulär in die Kinos kommen. In unserer Kritik vergaben wir sensationelle 9 von 10 Punkte und loben unter anderen die tolle Inszenierung und beschließen die Besprechung mit den Worten "Wir dürfen unfassbar gespannt sein, wie sich die Zukunft für Curry Barker entwickelt." Barker begann seine Karriere bei YouTube. Dort könnt ihr auch kostenlos seinen Horrorfilm Milk & Serial sehen.