Mehr als 25 Jahre nach dem Kinostart von American History X rückt die turbulente Entstehung des Films erneut in den Fokus. Regisseur Tony Kaye hat mit Humpty Dumpty X eine neue Dokumentation vorgelegt, in der er die Ereignisse rund um sein Regiedebüt aus seiner eigenen Perspektive schildert. Im Zentrum steht dabei der bekannte Konflikt mit dem Studio New Line sowie die Diskussionen über den finalen Schnitt, an dem auch Edward Norton maßgeblich beteiligt war.
Marlon Brando und der Regisseur von "American History X"
Kaye beschreibt in seinem Film, wie die Kontrolle über das Projekt aus seiner Sicht zunehmend verloren ging. Während er eine bestimmte Fassung des Films im Kopf hatte, setzten sich am Ende andere kreative Entscheidungen durch. Diese Unterschiede führten zu massiven Spannungen zwischen ihm, dem Studio und den Beteiligten. Der Regisseur machte den Konflikt später öffentlich und ging so weit, sich zeitweise sogar vom fertigen Film zu distanzieren.
Die Dokumentation greift zudem Gespräche mit Marlon Brando auf, der Kaye damals geraten haben soll, den Konflikt nicht weiter zu eskalieren und eine Einigung mit den Verantwortlichen zu suchen. Diese Rückblicke zeigen, wie stark persönliche Überzeugungen und Produktionsinteressen aufeinanderprallten. Für Kaye hatte die Auseinandersetzung jedoch langfristige Folgen für seine Karriere in Hollywood. Mit Humpty Dumpty X versucht er nun, seine Version der Ereignisse nachträglich zu erzählen und die damaligen Entscheidungen neu einzuordnen. Ein Vorgeschmack darauf liefert ein erster Clip. Ein Releasedatum für den Film selbst gibt es noch nicht.