Für viele Nutzer digitaler Filmkäufe wird ein lang diskutiertes Szenario nun Realität: Sony hat angekündigt, ab dem 1. September 2026 insgesamt 551 Filme und Serien von Studiocanal aus den PlayStation-Bibliotheken zu entfernen. Betroffen sind auch Inhalte, die Kunden bereits gekauft haben.
Zu den Titeln zählen unter anderem Terminator 2 – Tag der Abrechnung, die Rambo-Reihe sowie zahlreiche weitere Filme und Serien des Studios.
Bereits gekaufte Inhalte verschwinden
In einer Mitteilung informiert Sony betroffene Nutzer darüber, dass aufgrund auslaufender Lizenzvereinbarungen der Zugriff auf die gekauften Inhalte künftig nicht mehr möglich sein wird. Die Titel werden vollständig aus den digitalen Bibliotheken entfernt.
Eine Rückerstattung oder andere Entschädigung wurde bislang nicht angekündigt.
Digitale Käufe bleiben Lizenzen
Der Fall verdeutlicht erneut den Unterschied zwischen physischen und digitalen Käufen. Wer Filme oder Serien digital erwirbt, besitzt diese in der Regel nicht dauerhaft, sondern erhält lediglich eine Nutzungslizenz. In den Nutzungsbedingungen behält sich Sony ausdrücklich das Recht vor, digitale Inhalte bei entsprechenden Lizenzänderungen zu entfernen.
Die aktuelle Maßnahme betrifft zunächst den britischen PlayStation Store. Ganz neu ist das Thema allerdings nicht: Bereits 2022 verschwanden aufgrund auslaufender Verträge auch in Deutschland zahlreiche Studiocanal-Titel aus den PlayStation-Bibliotheken. Schon ein Jahr zuvor hatte Sony den Verkauf von Filmen und Serien über den PlayStation Store vollständig eingestellt.
Rückenwind für Blu-ray und 4K-Sammlereditionen?
Der Vorfall dürfte die Diskussion über digitale Besitzrechte erneut anheizen. Gerade in den vergangenen Monaten berichten Branchenvertreter von einer steigenden Nachfrage nach Blu-rays, 4K-UHD-Discs und limitierten Sammlereditionen. Viele Filmfans setzen wieder verstärkt auf physische Medien, um unabhängig von Streaming-Anbietern und Lizenzvereinbarungen dauerhaft Zugriff auf ihre Filmsammlung zu behalten.
Die aktuelle Entscheidung von Sony könnte diesen Trend zusätzlich beschleunigen und einmal mehr zeigen, dass digitale Käufe nicht automatisch mit dauerhaftem Besitz gleichzusetzen sind.