Sam Neill ist tot. Der neuseeländische Schauspieler, der mit seiner Darstellung des Paläontologen Dr. Alan Grant in Jurassic Park weltweit bekannt wurde, starb im Alter von 78 Jahren. Seine Familie teilte mit, dass Neill in Sydney im Kreis seiner Angehörigen verstarb. Sein Tod sei plötzlich und unerwartet gekommen. Zurück bleibt eine über fünf Jahrzehnte umfassende Karriere, in der er sich nie auf ein Genre festlegen ließ und vom Blockbuster bis zum Arthouse-Kino zahlreiche unvergessliche Rollen prägte.
Vom neuseeländischen Kino nach Hollywood
Geboren wurde Sam Neill 1947 in Nordirland, bevor seine Familie nach Neuseeland zog. Dort begann seine Schauspielkarriere in den 1970er-Jahren. Seinen ersten großen Durchbruch feierte er mit dem neuseeländischen Thriller Sleeping Dogs (1977), der als einer der wichtigsten Filme der neuseeländischen Filmgeschichte gilt. Schon früh zeigte sich, dass Neill nicht nur für eine bestimmte Art von Rolle geeignet war: Er bewegte sich mühelos zwischen Drama, Thriller und Genre-Kino.
International machte sich Neill in den folgenden Jahren mit Filmen wie Possession (1981), Ein Schrei in der Dunkelheit und Todesstille (beide 1989) einen Namen. Auch in Hollywood wurde man auf den charismatischen Schauspieler aufmerksam. In Jagd auf Roter Oktober spielte er 1991 an der Seite von Sean Connery, Alec Baldwin und Scott Glenn den sowjetischen U-Boot-Offizier Vasili Borodin und bewies erneut seine Vielseitigkeit.
1993 folgte die Rolle, die seine Karriere für ein weltweites Publikum definieren sollte: In Steven Spielbergs Jurassic Park verkörperte Neill den Wissenschaftler Dr. Alan Grant. Als nüchterner Paläontologe, der auf einer von Dinosauriern bevölkerten Insel ums Überleben kämpfen muss, wurde er für eine ganze Generation zum Gesicht des modernen Abenteuerfilms. Später kehrte er für Jurassic Park III (2001) und Jurassic World: Ein neues Zeitalter (2022) erneut in diese Rolle zurück.
Doch Neill war nie nur der Mann aus der Dinosaurier-Reihe. Er arbeitete regelmäßig mit renommierten Filmschaffenden zusammen und zeigte sein Können auch in anspruchsvollen Produktionen. Für Jane Campions Oscar-prämiertes Drama Das Piano (1993) stand er neben Holly Hunter und Harvey Keitel, vor der Kamera. Hinzu kamen Auftritte in Filmen wie dem Horrorkult Event Horizon - Am Rande des Universums (1998), der TV-Mini-Serie Merlin sowie der Bestseller-Verfilmung Der Pferdeflüsterer (beides 1998).
Die letzten Jahre: Neue Rollen bis zum Schluss
Auch im höheren Alter blieb Neill dem Schauspiel treu. Erfolge wie die Serie Peaky Blinders - Gangs of Birmingham oder der Actionfilme wie Escape Plan (2013) und The Commuter (2017) brachten ihn einem jüngeren Publikum näher, während er weiterhin in Filmproduktionen zu sehen war. Dabei bewahrte er sich stets eine besondere Mischung aus Eleganz, Zurückhaltung und trockenem Humor. Zuletzt soll er am Blockbuster Godzilla x Kong: Supernova gearbeitet haben, der nächstes Jahr in die Kinos kommt.
Nach seiner Diagnose einer seltenen Form von Lymphdrüsenkrebs im Jahr 2022 sprach Neill öffentlich über seine Erkrankung und seine Erfahrungen. Trotz der gesundheitlichen Herausforderungen arbeitete er weiter und blieb aktiv. Vor seinem Tod hatte er laut Angaben seiner Familie die Krankheit überwunden und war krebsfrei.
Mit Sam Neill verliert das Kino einen Schauspieler, der niemals allein über einen einzigen Erfolg definiert werden konnte. Natürlich bleibt Dr. Alan Grant seine bekannteste Figur, doch sein Vermächtnis reicht weit darüber hinaus. Seine Filmografie erzählt von Mut zu ungewöhnlichen Rollen, von künstlerischer Neugier und von einer Karriere, die mehr als fünf Jahrzehnte überspannte.
Ruhe in Frieden.