Tim Curry ist tot. Der britische Schauspieler, Sänger und Theaterstar starb im Alter von 80 Jahren. Curry wurde vor allem durch seine ikonischen Rollen in The Rocky Horror Picture Show und Stephen Kings Es weltberühmt. Doch seine Karriere war weit größer als diese beiden Kultfiguren. Über Jahrzehnte bewies Curry, dass er zwischen Musical, Kino, Fernsehen und Synchronarbeit mühelos wechseln konnte.
Curry war ein Schauspieler mit einer außergewöhnlichen Präsenz. Seine Stimme, sein exzentrisches Auftreten und sein Gespür für groteske Figuren machten ihn unverwechselbar. Anfang der 1970er-Jahre übernahm er auf der Londoner Bühne die Rolle des Dr. Frank-N-Furter in The Rocky Horror Show. Als die gleichnamige Musical-Verfilmung 1975 ins Kino kam, wurde Curry endgültig zur Kultfigur. Der extravagante Wissenschaftler mit Korsett, High Heels und unverschämtem Selbstbewusstsein wurde zu einer der bekanntesten Figuren der Filmgeschichte.
Vom Musicalstar zur Horror-Ikone
Dabei wäre es falsch, Curry auf Frank-N-Furter zu reduzieren. Nach The Rocky Horror Picture Show zeigte er immer wieder seine enorme Bandbreite. Er spielte unter anderem in Annie, Alle Mörder sind schon da, Legende, Die Drei Musketiere, Loaded Weapon 1, Congo, Kevin - Allein in New York und Muppets -Die Schatzinsel. Außerdem war er als Synchronsprecher sowie Theaterdarsteller überaus gefragt.
Seine wohl prägendste Rolle nach Frank-N-Furter folgte 1990: In der zweiteiligen TV-Verfilmung von Stephen Kings Es spielte Curry Pennywise. Mit seinem weißen Gesicht, dem roten Haar und seinem diabolischen Grinsen schuf er eine Version des Clowns, die sich tief ins Gedächtnis einer ganzen Generation eingebrannt hat. Curry machte Pennywise nicht einfach zu einem Monster, sondern zu einer Figur mit einer geradezu perversen Spielfreude. Seine Stimme und sein Lächeln waren dabei oft wirkungsvoller als jeder Schockmoment.
Ein Künstler, der sich nie festlegen ließ
Auch abseits seiner berühmtesten Filmrollen blieb Curry dem Theater verbunden. Seine Karriere hatte dort begonnen, und seine musikalischen Fähigkeiten machten ihn zu einem Künstler, der sich nie auf ein einziges Fach festlegen ließ. 1991 erhielt er für seine Arbeit als Synchronsprecher einen Daytime Emmy, später wurde er für seine Verdienste um die Schauspielkunst mehrfach ausgezeichnet.
2012 erlitt Curry einen schweren Schlaganfall. Danach war er auf einen Rollstuhl angewiesen, arbeitete aber weiterhin als Sprecher und trat gelegentlich vor der Kamera auf. 2024 war er in Stream noch einmal auf der Leinwand zu sehen. 2025 veröffentlichte er seine Memoiren Vagabond, in denen er auch über seinen Schlaganfall und die anschließende Rehabilitation schrieb.
Nun ist Tim Curry im Alter von 80 Jahren gestorben. Zurück bleibt eine Karriere, die sich kaum auf ein Genre oder eine Generation beschränken lässt. Curry war Musicalstar, Filmschauspieler, Komiker, Synchronsprecher und Horror-Ikone. Vor allem aber war er ein Verwandlungskünstler, der selbst aus den exzentrischsten Figuren etwas unverwechselbar Menschliches machte. Dr. Frank-N-Furter und Pennywise werden seine Filme weit überdauern. Und beide erinnern daran, was Tim Curry so besonders machte: Er spielte Figuren nicht einfach – er machte sie unvergesslich.
Ruhe in Frieden.