Chris Hansen ist vielen vor allem als Moderator der US-Sendung To Catch a Predator bekannt. Darin konfrontierte er mutmaßliche Sexualstraftäter, die sich online mit vermeintlich minderjährigen Personen verabredet hatten. Nun sorgt Hansen im Zusammenhang mit dem neuen A24-Film Primetime für Aufmerksamkeit – obwohl er der Produktion offenbar kritisch gegenübersteht. Der von Robert Pattinson angeführte Thriller orientiert sich an Hansens Arbeit und wird laut The Hollywood Reporter von einem ungewöhnlichen Werbeauftritt begleitet: Hansen hat Werbeplätze vor jeder (vermutlich nordamerikanischen) Kinovorstellung des Films gekauft.
Ausgerechnet vor "Primetime": Hansen macht Werbung für seinen Streamingdienst
In dem kurzen Spot ist Hansen in einer Küche zu sehen. Mit einer Anspielung auf seine bekannte Sendung fordert er das Kinopublikum auf, Platz zu nehmen, bevor er auf seinen Streamingdienst TruBlu verweist. Dort veröffentlicht Hansen unter anderem Inhalte über Ermittlungen gegen mutmaßliche Sexualstraftäter. Ein QR-Code im Werbespot soll die Zuschauer direkt zum Angebot führen.
Bemerkenswert ist die Aktion auch deshalb, weil Hansen offenbar selbst kein großer Befürworter von Primetime ist. Vor einigen Wochen hatte er behauptet, von A24 zu einer Vorführung eingeladen worden zu sein. Am Eingang habe man ihm demnach eine Vereinbarung vorgelegt, die ihn daran gehindert hätte, rechtlich gegen den Film vorzugehen. A24 wies diese Darstellung zurück.
Chris Hansen wollte den Film offenbar noch schärfer kritisieren
Nach Informationen des Hollywood Reporter hatte Hansen ursprünglich sogar vor, Primetime direkt in seinem Werbespot anzugreifen. Demnach sollte er den Film als eine Art Hollywood-Fantasieversion der tatsächlichen Ereignisse bezeichnen. Diese Passage wurde letztlich gestrichen – offenbar aus Sorge vor einer Reaktion des Studios.
Gleichzeitig dürfte die ungewöhnliche Marketingaktion zusätzliche Aufmerksamkeit für Primetime erzeugen. Der Trailer mit Robert Pattinson soll bereits der am zweithäufigsten aufgerufene Trailer in der Geschichte von A24 sein. Ob sich dieses Interesse tatsächlich in hohe Besucherzahlen übersetzt, lässt sich daraus zwar nicht ableiten. Dass der Film bereits vor seinem Kinostart für Gesprächsstoff sorgt, dürfte dem Thriller allerdings kaum schaden.
Regie führte Lance Oppenheim, der zuvor Dokus wie Spermworld drehte. Zur Besetzung gehört neben Pattinson noch Merritt Wever, Sean Bridgers, Skyler Gisondo, Matthew Maher und Phoebe Bridgers. In Deutschland wird Primetime am 24. September in den Kinos starten. Wer Interesse an dem Thema hat, sei die Dokumentation Predator (2025) auf Paramount+ empfohlen.