Dass YouTuber zu Regisseuren von Kinofilmen werden – und damit überaus erfolgreich sind –, kann man noch als Phänomen betrachten. Vermutlich dürfte es aber auch nicht mehr allzu lange etwas Besonderes sein. Doch es geht auch andersherum: Regisseure, die YouTube machen. Das ist noch eine Besonderheit. David F. Sandberg, der Macher von u. a. Shazam!, geht auf seinem Kanal nicht nur äußerst detailliert und unterhaltsam auf die Entstehung von Kinofilmen ein, sondern liefert gemeinsam mit seiner Frau auch immer wieder spannende Kurzfilme. Wesentlich bekannter als Sandberg dürfte allerdings M. Night Shyamalan sein, der seit Kurzem ebenfalls einen eigenen YouTube-Kanal betreibt. Doch was möchte der Regisseur seinen Fans dort eigentlich bieten?
M. Night Shyamalan will näher an sein Publikum
Shyamalan, Regisseur von geliebten wie missachtenen Werken wie The Sixth Sense und After Earth, erklärt zum Start seines Kanals, dass er die Beziehung zu seinen Zuschauern vertiefen und gemeinsam mit ihnen über kreative Prozesse reflektieren möchte. Gleichzeitig soll YouTube für ihn ein Schritt aus der gewohnten Komfortzone sein. Dass ihm das Projekt durchaus Angst mache, empfinde er dabei als gutes Zeichen: Es bedeute, dass er sich auf etwas Neues einlasse und bereit sei, sich weiterzuentwickeln.
Ein zentraler Gedanke des Kanals ist dabei die Erlaubnis zur Unvollkommenheit. Shyamalan möchte weder von seinem Publikum noch von sich selbst erwarten, dass alles perfekt sein muss. Nach rund 30 Jahren im Filmgeschäft gehe es für ihn auch darum, alte Denkmuster und Stigmata abzulegen, die sich im Laufe seiner Karriere festgesetzt haben könnten.
Zwischen Hollywood und persönlichem Rückzugsort
Zum Auftakt gibt Shyamalan zudem einen persönlichen Einblick in seinen Alltag. Er stellt unter anderem einen Platz vor, an dem er nach eigener Aussage zur Ruhe kommt und nachdenkt. Von dort blickt er auf einen Baum, der zu Ehren seines verstorbenen Vaters gepflanzt wurde. Der Kanal soll damit offenbar nicht ausschließlich um das Filmemachen kreisen, sondern auch persönlichere Einblicke ermöglichen.
Was genau Shyamalan künftig auf YouTube veröffentlichen wird, bleibt zunächst offen. Sein Auftaktvideo deutet jedoch darauf hin, dass der Regisseur die Plattform bewusst als Experiment versteht. Statt einen perfekt durchgeplanten Auftritt zu präsentieren, möchte er sich gemeinsam mit seinem Publikum auf das Unbekannte einlassen – und dabei offenbar auch zeigen, wie ein etablierter Hollywood-Regisseur außerhalb der klassischen Filmwelt arbeitet.
Das wird Shymalans nächster Kinofilm
Der nächste Kinofilm von Shyamalan wird Remain. In den Hauptrollen sollen der Regisseur selbst sowie Jake Gyllenhaal und Phoebe Dynevor zu sehen. Der Film erzählt von einem trauernden Architekten, der eine psychiatrische Klinik verlässt und für seine Arbeit nach Cape Cod zieht. In einem historischen B&B trifft er auf eine Frau, die seine rationalen Überzeugungen zunehmend infrage stellt.
Besonderes Interesse weckte das Projekt bereits im Vorfeld, da Shyamalan dafür mit Bestsellerautor Nicholas Sparks zusammengearbeitet hat. Sparks lieferte die literarische Vorlage, während Shyamalan diese anschließend selbst für die Leinwand adaptierte. Ursprünglich sollte Remain noch in diesem Jahr in die Kinos kommen, wurde jedoch bereits vor einiger Zeit auf Anfang 2027 verschoben. Deutscher Kinostart ist der 4. Februar 2027.