Gute Kritiken, starke Streamingzahlen und trotzdem keine zweite Staffel: Prime Video hat Ride or Die nur rund zwei Monate nach dem Start abgesetzt. Die Action-Comedy mit Hannah Waddingham und Octavia Spencer konnte sich mehrere Wochen weit oben in den Streaming-Charts halten. Ganz verschwunden ist die Serie allerdings noch nicht – Paramount Television Studios sucht bereits nach einer neuen Heimat.
"Ride or Die" gehörte zu den erfolgreichsten Prime-Originals
Zum Start verzeichnete Ride or Die laut Luminate rund 927.000 Aufrufe und lag damit deutlich vor anderen neuen Prime-Produktionen wie Elle oder Off Campus: Mit 869 Millionen gestreamten Minuten erreichte sie zunächst Platz 8 der gesamten Streaming-Charts und Platz 3 unter den Originalserien. In der folgenden Woche ging es sogar noch weiter nach oben.
Auch qualitativ kam die Serie gut an. Bei Rotten Tomatoes fallen 96 Prozent der erfassten Kritiken positiv aus, beim Publikum sind es 85 Prozent. Inhaltlich folgt Ride or Die der Bibliothekarin Debbie (Octavia Spencer), die herausfindet, dass ihre beste Freundin Judith (Hannah Waddingham) in Wahrheit eine hochgefährliche Auftragskillerin ist. Gemeinsam geraten die beiden ins Visier eines mächtigen Syndikats – mit einer Mischung aus Buddy-Comedy, Agentenfilm und aufwendiger Action.
Warum reichen gute Kritiken und hohe Abrufzahlen nicht?
Prime Video hat keinen offiziellen Grund für die Absetzung genannt. Gerade deshalb ist der Fall interessant: Ride or Die zeigt einmal mehr, dass eine hohe Platzierung in Streaming-Charts allein wenig darüber aussagt, ob sich eine kostspielige Serie für einen Anbieter tatsächlich rechnet. Gedreht wurde unter anderem in Prag und Ischgl, hinzu kommen aufwendige Action- und Stuntsequenzen – Faktoren, die eine zweite Staffel erheblich teurer machen können als bei weniger aufwendigen Produktionen.
Spekulationen über weitere Gründe bleiben dagegen unbestätigt. Sicher ist nur, dass die Geschichte noch nicht endgültig beendet sein muss: Paramount Television Studios bietet Ride or Die derzeit anderen Interessenten an. Sollte sich ein neuer Streamingdienst oder Sender finden, könnten Waddingham und Spencer ihre ungewöhnliche Agentenkarriere also doch noch fortsetzen.