Ein Film über eine der berühmtesten Herrscherinnen der Geschichte, Angelina Jolie in der Titelrolle und Martin Scorsese auf dem Regiestuhl: Was nach einem vielversprechenden Hollywoodprojekt klingt, wurde nie Wirklichkeit. Wie Scorsese nun in einem Gespräch mit seiner Tochter Francesca verriet, scheiterte seine geplante Verfilmung des Lebens von Kleopatra offenbar im Zusammenhang mit einem internationalen Politstreit, der Hollywood vor Jahren in Atem hielt.
Angelina Jolie als Kleopatra: Warum der Film nie entstand
Scorsese sprach in der Tribeca-Gesprächsreihe Crafty über das Vorhaben, das bereits konkrete Formen angenommen hatte. Das Drehbuch war demnach fertig, die Produktion stand offenbar kurz vor der Umsetzung und Jolie sollte Kleopatra VII. verkörpern. Doch aus dem ambitionierten Historienfilm wurde nichts. Scorsese sieht einen Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures im Jahr 2014 und machte seinem Ärger über die verlorene Gelegenheit Luft.
Wie eine Hollywood-Komödie zum Politikum wurde
Im Zentrum der damaligen Kontroverse stand The Interview von Seth Rogen und Evan Goldberg. Die Komödie handelt von zwei US-Journalisten, die ein Interview mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un führen sollen und von der CIA für ein Attentat auf ihn eingespannt werden. Die satirische Darstellung des Diktators löste heftige Reaktionen aus. Der anschließende Cyberangriff auf Sony wurde Nordkorea zugeschrieben und führte zur Veröffentlichung zahlreicher interner Studiendokumente und E-Mails.
Scorsese zufolge hatte die Eskalation auch Folgen für sein eigenes Projekt. Im Gespräch mit Francesca erklärte er, dass die geplante Produktion dadurch zunichtegemacht worden sei. Seine Tochter bedauerte das Aus ebenfalls. Der Regisseur kritisierte dabei insbesondere Kim Jong-uns mangelnden Sinn für Humor. Ob neben den damaligen Ereignissen weitere Gründe gegen die Umsetzung des Films sprachen, geht aus dem Gespräch nicht hervor.
Martin Scorsese und Seth Rogen begegneten sich später erneut
Trotz der damaligen Umstände kam es später zu einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Filmemachern. Scorsese spielte 2025 sich selbst in der Auftaktfolge von The Studio, einer von Rogen und Goldberg entwickelten Comedyserie für Apple TV. Darin gerät die Filmproduktion ebenfalls zwischen künstlerische Ambitionen und geschäftliche Interessen. Dass Scorsese ausgerechnet in dieser Serie auftrat, verleiht seinen jüngsten Erinnerungen an das gescheiterte Cleopatra-Projekt eine zusätzliche Ironie.