Bildnachweis: © 20th Century Studios | Szene aus "Die Fliege" (1986)

Kult-Regisseur David Cronenberg ("Die Fliege") hat einen neuen Film fertig geschrieben – doch ihm fehlt das Geld

von Sebastian Groß

Consumed, der nächste Film von David Cronenberg ist noch längst nicht sicher. Obwohl das Drehbuch zur Verfilmung des gleichnamigen Romans von 2014 bereits fertig ist, fehlt dem Kult-Regisseur das nötige Geld für die Umsetzung. Im Gespräch mit der italienischen Zeitung Il Resto del Carlino verriet der 83-Jährige, dass er dafür zunächst Geldgeber finden müsse:

"Es kann nur passieren, wenn ich das Geld dafür finde."

David Cronenberg über Streaming und KI

Die Geschichte dreht sich um zwei technikbesessene Journalist*innen und einen Philosophen, der des Kannibalismus beschuldigt wird. Für Cronenberg ist allerdings nicht nur die Finanzierung seines Films ein Problem. Er sieht die gesamte Branche seit der Pandemie in einer schwierigen Phase. Das Geschäft befinde sich im "Chaos, das größtenteils durch Streaming verursacht wird". Niemand wisse mehr genau, für welche Auswertungsform Filme eigentlich produziert würden. Besonders unabhängige Produktionen hätten unter dieser Unsicherheit zu leiden.

Im selben Interview äußerte sich der Regisseur auch zur künstlichen Intelligenz. Er selbst nutze KI täglich und rechne damit, dass schon bald ein  guter Film entstehen werde, der vollständig damit produziert wurde. Eine Zukunft als dominierende Form des Kinos sieht er darin allerdings nicht. Mit seiner positiven Haltung befindet er sich in Gesellschaft weiterer namhafter Regisseure wie Steven Soderbergh, Martin Scorsese, Michael Mann und Peter Jackson, die sich ebenfalls offen für den Einsatz von KI gezeigt haben.

"The Shrouds" dürfte die Finanzierung nicht erleichtern

Dass Cronenbergs nächstes Projekt einen schwierigen Stand bei potenziellen Geldgebern haben könnte, liegt auch an den Zahlen seines letzten Films. Das Drama The Shrouds mit Vincent Cassel, Diane Kruger und Guy Pearce aus dem Jahr 2024 kostete Berichten zufolge rund 15 Millionen US-Dollar, spielte weltweit aber lediglich etwa 1,3 Millionen Dollar ein. Hierzulande hat The Shrouds bis heute weder einen Kinostart noch einen offiziellen Streaming-Release erhalten.