Die Rückkehr nach Arendelle ist längst beschlossene Sache, doch bei Disney hat sich offenbar einiges an der ursprünglichen Planung geändert. Während Die Eiskönigin 3 am 24. November 2027 in die Kinos kommen soll, wird der bereits angekündigte vierte Teil wohl deutlich mehr Zeit benötigen als zunächst vorgesehen. Ursprünglich wollte das Studio beide Fortsetzungen in relativ kurzem Abstand veröffentlichen. Davon hat man sich inzwischen verabschiedet, wie Disneys Animationschef Jared Bush in einem Interview mit Collider erklärt. Der Grund dafür liegt allerdings nicht in Produktionsproblemen, sondern in einer bewussten kreativen Entscheidung: Die Geschichten von Anna und Elsa sollen genügend Raum bekommen, um sich unabhängig voneinander zu entfalten.
"Die Eiskönigin 4": Disney verabschiedet sich vom ursprünglichen Veröffentlichungsplan
Im Rahmen des SCAD Savannah Film Festival sprach Jared Bush über die Herausforderungen, gleich zwei weitere Filme innerhalb eines der erfolgreichsten Disney-Franchises zu entwickeln. Tatsächlich habe es anfangs Überlegungen gegeben, Die Eiskönigin 3 und Die Eiskönigin 4 praktisch direkt hintereinander auf den Markt zu bringen. Dieser Ansatz wurde inzwischen verworfen. Stattdessen soll sich das Kreativteam zunächst vollständig darauf konzentrieren, den dritten Teil zu einem möglichst überzeugenden und eigenständigen Kinoerlebnis zu machen.
Bush betonte dabei, dass für ihn die emotionale Entwicklung der Figuren wichtiger sei als ein langfristig festgelegter Handlungsplan. Natürlich müsse man bereits eine Vorstellung davon haben, wohin sich Anna, Elsa und die übrigen Bewohner Arendelles in einem möglichen vierten Abenteuer entwickeln könnten. Gleichzeitig dürfe diese Planung aber nicht dazu führen, dass die Geschichte des dritten Films künstlich eingeschränkt werde. Ein zu starres Konzept für Die Eiskönigin 4 könnte andernfalls verhindern, dass die unmittelbar bevorstehende Fortsetzung ihr volles Potenzial entfaltet.
Besonders wichtig sei es deshalb, dass Die Eiskönigin 3 am Ende eine in sich zufriedenstellende Geschichte erzählt. Das bedeute nicht zwangsläufig, dass sämtliche offenen Fragen beantwortet werden müssten. Die Zuschauer sollten aber das Gefühl bekommen, einen vollständigen Film gesehen zu haben und nicht lediglich die erste Hälfte einer größeren Erzählung. Ein Abstand von ungefähr drei Jahren zwischen dem dritten und vierten Teil wurde im Gespräch als denkbare Größenordnung angesprochen. Einen verbindlichen Kinostart für Die Eiskönigin 4 gibt es allerdings weiterhin nicht.
"Die Eiskönigin 3": Warum die Musik für Disney zur besonderen Herausforderung wird
Neben der Geschichte stellt vor allem die musikalische Identität der Reihe eine besondere Herausforderung dar. Die bisherigen Filme brachten mit Songs wie Let It Go, Do You Want to Build a Snowman? und Into the Unknown einige der bekanntesten Disney-Lieder der vergangenen Jahre hervor. Für Bush reicht es deshalb nicht aus, einfach weitere eingängige Melodien zu produzieren. Jeder neue Song müsse aus der emotionalen Situation der Figuren entstehen und einen wichtigen Moment ihrer persönlichen Entwicklung widerspiegeln.
Mit jeder zusätzlichen Fortsetzung werde diese Aufgabe komplizierter. Schließlich müssten Anna, Elsa und die übrigen Charaktere neue Erfahrungen machen, die ihnen überhaupt erst einen glaubwürdigen Anlass zum Singen geben. Gleichzeitig dürfe sich die Musik weder zu stark wiederholen noch so weit vom bisherigen Stil entfernen, dass die Filme ihre Wiedererkennbarkeit verlieren. Für die kommenden Abenteuer kehren die erfolgreichen Songwriter Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez zurück. Auch Jennifer Lee, die bereits die ersten beiden Filme maßgeblich geprägt hat, ist erneut an der kreativen Entwicklung beteiligt.
Zunächst steht allerdings Die Eiskönigin 3 im Mittelpunkt. Der Kinostart ist für den 24. November 2027 geplant, wobei die bekannten Originalsprecher Kristen Bell, Idina Menzel, Josh Gad und Jonathan Groff zurückkehren sollen. Zu den bisher angedeuteten Handlungselementen gehört unter anderem die Hochzeit von Anna und Kristoff, während ein neuer Gegenspieler mit außergewöhnlichen Kräften für zusätzliche Konflikte sorgen könnte. Welche Geschichte Disney anschließend in Die Eiskönigin 4 erzählen wird, bleibt vorerst offen. Klar ist jedoch, dass das Studio lieber eine längere Wartezeit in Kauf nimmt, als seine erfolgreiche Animationsreihe mit einer überhasteten Fortsetzung fortzuführen.