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noctucx

Kritik von noctucx

Gesehen: Januar, 2020

Was für ein Ritt. Es ist lange her, dass ich bei einem Film so oft die Luft angehalten habe, wie bei 1917. Das Ding ist pures Kino Erlebnis und ich wüsste nicht, ob er auf dem TV einen ähnlichen Sog erzeugt. Doch das, was der Film auf der Leinwand entfesselt, ist brachial. Sam Mendes hat hier einen richtigen starken Antikriegsfilm geschaffen. Kamera Ikone Roger Deakins lässt den gesamten Film wie eine lange Plansequenz wirken. Wir sehen, was die Charaktere sehen. Wir wissen so viel über die Charaktere, wie die Charaktere über sich wissen. In jeder Sequenz sind wir nah am Geschehen. Dabei großes Lob an die Darsteller, ganz besonders an George MacKay, der es schafft diesem Schrecken ein Gesicht zu geben.

Jeder Schritt ist gefährlich und keine Sekunde ist man sicher. Roger Deakins Kamera und der bedrohliche Soundtrack (der wohl beste Score von Thomas Newman seit Road to Perdition) entfesseln ab der ersten Minute einen Sog, der mich bis zum Ende des Films festhielt. Seien es fantastische Bilder und Shots oder aber der nüchterne Schrecken des Krieges. Egal ob aufgedunsene Leichen, ausblutende Soldaten oder Massengräber statt Heldengeschichten. Wer fehlende Charakterisierung vorwirft, hat das Konzept Antikriegsfilm nicht verstanden. Hier geht es nicht um den strahlenden Helden, der alles kann. Nicht um den Top Schützen, der die Dose vom Dach schießt, sondern um die eine arme Sau, die den Befehl ausführen muss. 

Lediglich - und das ist eben dem Punkt geschuldet das es nun mal ein Film ist - treffen einige Zufälle genau dann ein, wenn die Handlung sie verlangt. Aber das ist geschenkt und auf der Ebene sollte erst gar nicht diskutiert werden. 

Es ist schön, dass es solche Filme auf der großen Leinwand gibt. Natürlich ist der Film nicht frei von der ein oder anderen Länge, aber selbst die Momente, in denen der Film vom Tempo runtergeht, habe ich eher mit der Erschöpfung des Protagonisten assoziiert. 

Lob an Roger Deakins, an Sam Mendes, an die Darsteller und alle Beteiligten. Das hier ist was ganz Großes.

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