Straßen besitzen eine Schlüsselfunktion in Abbas Kiarostamis filmischem Schaffen, vor der Kamera und dahinter. Als dramaturgischer Schauplatz, wandelbar und doch konstant, erfassen sie in der Enge des Autos die Weite der iranischen Landschaft, transportieren zugleich ein Gefühl von Freiheit und Eingrenzung, werden zum Ort von Begegnungen und Gesprächen. Manche davon wurden Teil der Filme des iranischen Regisseurs, der fest zum konservativen Kanon des patriarchalischen Kinos gehört; einer der „Altmeister“ einer Filmgeschichte, die diesen Titel stets nur Regisseuren verleiht.