Bildnachweis: © Berlinale 2026 | © CloseUpFilms

Berlinale 2026 - Ein Eröffnungsbericht

von Jakob Jurisch

Jeanne Lapoiries konzentrierte Kamerasprache positioniert die missachtete Präsenz der philippinischen Arbeiterinnen gegen den kalten Luxus des elitären Schauplatzes. Der materialistische Mikrokosmos des Schweizer Chalets fungiert als Miniatur-Modell eines internationalen Arbeitsmarktes, der Mindeststandards und Grundrechte systematisch aushebelt. Dass die massive Ausbeutung ausgerechnet in einer Oberschicht-Enklave in einem der reichsten Länder stattfindet, verweist auf die ökonomische Dynamik zwischen zentraleuropäischem Wohlstand und der Verarmung des globalen Südens. Der Verzicht auf einen klassischen Spannungsbogen zugunsten stetiger Verdichtung finanzieller Spannungen unterstreicht den aktivistischen Ethos, der in ein ambivalentes Fazit mündet.

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