Bildnachweis: Berlinale 2026 | © BBC Sky/WOW

Berlinale 2026 - Ein Eröffnungsbericht

von Jakob Jurisch

Eine fast surreal anmutende Farbintensität und hyperrealistische Kulissen schaffen eine flirrende Ästhetik, die den moralischen Abgrund zwischen paradiesischer Utopie und apokalyptischer Zerstörung unterstreicht. Die unbefangene Intensität der jungen Darstellenden verleiht den Figuren mehr Nuancen als das pauschale Psychologisieren. Der prismatische Aufbau bremst den Erzähl-Fluss zugunsten einer nur scheinbar differenzierten Motivanalyse. Sounddesign und Musik katalysieren die Aura unausweichlichen Untergangs und schaffen eine dichte, getrieben Atmosphäre. Fieberwahnhafte Visionen ergänzen die abgeschwächte Brutalität, die mit Momenten naiver Verspieltheit kontrastiert. Formal und schauspielerisch beeindruckend, doch inhaltlich hinter ihrem religions- und ideologiekritischen Potenzial, besticht die Mini-Serie vor allem als postmoderne Revision und Diskussionsmaterial. 

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