In einem vergessenen Kapitel der LGBTQ+ Geschichte, deren filmischen Festhalten sich Sébastien Lifshitz (Little Girl) wiederholt in seinem Werk widmet, rekonstruiert der französische Dokumentarfilmer die Lebensgeschichte seines paradoxen Protagonisten Claude Loir. Als schwuler Mann und Porno-Darsteller in einer kurzlebigen Ära brüchiger Toleranz scheint er zugleich deren Satellit und Symbol. Konvention und Rebellion, Selbstbefreiung und Selbstverstellung manifestieren sich als die paradigmatischen Pole einer schillernden Biographie. Deren filmische Verewigung ist nicht nur Tribut an eine robuste Persönlichkeit, sondern eine tabuisierte Subkultur und ihre marginalisierte Geschichte.