Bildnachweis: © STUDIOCANAL

Die "Tom Hardy Edition" - Kritik

von Sebastian Pierchalla

Einleitung

Spätestens seit seinem Durchbruch in Christopher NolansInception gehört Tom Hardy zu den begehrtesten Männern Hollywoods, denn der charismatische Brite überzeugt auf der Leinwand nicht nur durch seine beachtliche Physis, sondern auch durch seine herausragende Leistung als Schauspieler.

Dabei fing alles einst ganz klein an, mit einer Nebenrolle in der Antikriegsserie Band of Brothers im Jahre 2001. Heute, 15 Jahre später, ist der Oscarnominierte Hardy auf dem Zenit seiner Karriere, Grund genug für STUDIOCANAL im mit der Tom Hardy Edition eine 3-teilige Blu-Ray Box zu widmen.

Kritik

Es ist für ein Studio sicherlich nie einfach eine Film Collection auf den Markt zu bringen, die Jedermann glücklich macht. Von Lizenzrechten mal abgesehen gilt es eine Auswahl an Werken zu treffen, die gleichermaßen die unterschiedlichen Facetten des Titeltragenden Schauspielers widerspiegeln, Qualitativ hochwertig sind und zeitgleich noch nicht in jeder zweiten Hobby DVD Sammlung zu finden sind. Das dieses Unterfangen des Öfteren misslingt spiegelt sich in der durchweg negativen Resonanz wieder, welche die Worte Film Collection bei den meisten Cineasten auslöst.

Es kann jedoch auch anders gehen, wie unlängst die Tom Hardy Edition aus dem Hause STUDIOCANAL beweist. Mit ihrer Filmauswahl richtet sich die Collection an den Teil des Mainstream Publikums, der gerne über den großen Tellerrand Hollywoods hinausblickt, ohne dabei zu sehr in Gefilde des Arthouse Kinos abzudriften.

Den Anfang macht der packende Politthriller Dame,König,As,Spion, in dem Gary Oldman einen russischen Maulwurf in den eigenen Reihen jagt. Zwar spielt Hardy in diesem Ensemblestück nur eine Nebenrolle, dennoch hinterlässt seine Performance einen bleibenden Eindruck, was nicht zuletzt an der hervorragenden Vorlage von Autor John le Carré liegt. Zeitlich markiert der Film darüber hinaus den Moment in der Karriere von Tom Hardy der kurz nach dem Erfolg von Inception lag, sprich zu einer Zeit als er langsam aber sicher zum Weltstar avancierte.

Fairerweise muss man natürlich erwähnen, dass der Brite im Film nicht einmal 30 Minuten Screentime bekommt, was mitunter die Idee einer Tom Hardy Filmsammlung etwas ad absurdum führt, da es sich bei Dame,König,As,Spion jedoch um einen großartigen Film handelt und Hardy darüber hinaus in vielen Filmen „nur“ die zweite Geige spielt, fällt dieser Makel kaum ins Gewicht.

Weiter geht es mit Bronson aus der Feder von Nicolas Winding Refn, den die Meisten wohl für Drive kennen dürften. In Bronson schlüpft Hardy in die Rolle von Michael Peterson, den Medien besser bekannt als Charles Bronson, Englands gewalttätigster Inhaftierter. Refn verpackt die wahre Geschichte von Mr. Bronson in eine kunstvolle Groteske, welche Gewalt, Wahnsinn und den Drang zur Selbstdarstellung zu einem ansehnlichen Potpourri verrührt. Stilistisch ähnelt er dabei Filmen wie A Clockwork Orange, auch wenn dem Streifen in letzter Instanz dann doch noch ein Fünkchen fehlt, um in der selben Liga wie jene Stilikone zu spielen. Nichtsdestotrotz liefert Hardy hier eine wunderbare Show ab, in der er Mimik und Gestik gerne in Kontrast zu den tatsächlichen Emotionen einsetzt, was wiederum perfekt zu dem surrealen und grotesken Image des Filmes passt. Zeitlich befinden wir uns hier im übrigen im Jahre 2008, zu einer Zeit als Tom Hardy von vielen Studions in erster Linie für seine Physis gecastet wurde. Inception mag sein großer Durchbruch gewesen sein, doch Bronson hat sicherlich seinen Teil zu Hardys Erfolgsgeschichte beigetragen.

Für den Schluss Akkord packt die Tom Hardy Edition noch einmal eine echte Perle aus, denn auch wenn No Turning Back sicherlich keine große Wellen an den Kinokassen geschlagen hat, so ist dieser feine Film dennoch die passende Vollendung eines gelungenen Rundumschlags aus der Filmvita Tom Hardys. Dieser spielt hier den Baustellenleiter Ivan Locke, der im Grunde nur mit dem Auto von Birmingham nach London fährt, doch auf diesen Weg führt der Familienvater eine Reihe von Telefonaten, welche nicht nur über seine berufliche Karriere entscheiden, sondern auch über sein eigenes Schicksal. Autor und Regisseur Steven Knight, unter anderem bekannt durch Eastern Promises, erzählt in dieser mentalen Tour de Force die Geschichte eines Mannes, der jeden Anker seines Lebens auf Spiel setzt, um das moralisch Richtige zu tun. Tom Hardy brilliert in dieser One-Man-Show auf ganzer Linie, auch wenn das Drehbuch hier und da ein paar Schwächen aufweist.

Blu-ray Kritik  

Jeder der drei Filme liegt als einzelne Blu-ray in der Sammlung vor, welche vom technischem und inhaltlichem Umfang dem der handelsüblichen Verkaufsversion entsprechen. Qualitativ gibt es weder am Ton (DTS-HD 5.1 in deutscher und englischer Sprachausgabe), noch am Bild (16:9 – 2.35:1 / 1.77:1 / 2.40:1) etwas auszusetzen und auch die Extras können sich sehen lassen (u.a. Making Off, Audiokommentar, Trailer, etc.).

Die Box aus dem Hause STUDIOCANAL ( deutscher Vertrieb durch ARTHOUSE) erscheint am 12. Mai für 22€.

Fazit

Die "Tom Hardy Edition" macht im Grunde alles richtig. Die Filme liegen in gehobener Qualität vor und die Auswahl umfasst einen guten Rundumschlag über die Karriere der Titelfigur. Fans des sympathischen Briten, Hobby Cineasten und Freunde anspruchsvoller Unterhaltung können hier ruhigen Gewissens zugreifen.

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