Die niederländische Produktion begibt sich hier auf ein absolut innovatives Terrain: Als „Second Screen Movie“ kombiniert APP bewährte Prämissen eines Thrillers mit den Möglichkeiten des allgegenwärtigen Smartphones. Wenngleich APP im Sinne aller Nostalgiker auch hervorragend ohne zweiten Bildschirm funktioniert, bietet er den Besitzern eines Smartphones abwechslungsreiche Perspektivenwechsel an. Nachdem die App vor dem Kinobesuch geladen und bei Filmstart aktiviert wird, entwickelt „IRIS“ nicht nur auf der Leinwand ihr ganz eigenes Treiben. Regisseur Bobby Boermans nutzt das erweiterte Format für aufreibend zweigleisige Kamerawinkel oder wertvolle Informationen zur Handlung – wie etwa die im Film geschriebenen Kurznachrichten. Das visionäre Konzept macht Kino so zum spielerischen Event und könnte sich durchaus als zukunftsweisend entpuppen. Doch APP konzentriert sich nicht allein auf seine Innovation: Die Geschichte um den technologischen Terror wird mit einer Prise FINAL DESTINATION gemischt und lässt den Atem ohnehin stocken. Die passende App zum Film gibt es gratis, für iOS unter dem Namen „App de Film“ und für Android unter „App the Movie“. Sie funktioniert dann selbstredend auch ohne Internetverbindung sowie im Flugzeugmodus.
Chefredakteur
Filme, unendliche Weiten ... dies sind die Abenteuer von Oneal, der sich vorgenommen hat, so viele Filme in seinem Leben zu schauen wie es irgendwie geht. Die Expertise liegt irgendwo zwischen Asia-Kino, Sci-Fi und Action. Doch auch schwere Kost und gerne philosophisch darf es sein. Zudem Chef von Moviebreak.