Angelehnt an das Gold Coats Programm der kalifornischen Strafanstalt in San Luis Obispo konstruiert Petra Volpe ein formal und dramaturgisch gleichsam reduziertes Häftlingsdrama. Dessen thematische Überschneidungen mit ihrem hochgelobten Drama Heldin - Überforderung in einer Betreuungsposition, Konflikte und Bindungen zwischen Insasse und Betreuungsperson, menschlicher Einsatz als (unzureichender) Ausgleich systemischer Missstände - sind die klaren Stärken der behutsamen Beziehungsstudie. Jene vermeidet beflissen neben Systemkritik auch eine tiefere Auseinandersetzung mit den diffizilen Fragen, die ihr Drehbuch teils dialogisch ausformuliert. So menschlich nah die Hauptfiguren einander kommen, so distanziert bleibt das Publikum.