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MB-Kritik

Beach Fictions 2026

Romance, Drama

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Park Han-sol
Kim Woo-kyum
Ye Su-jeong
Seo E-hyun
Lee Kang-ji
Kim Doi
Kim Seo-won
Moon In-ok
Kim Bo-rim
Lee Jong-won
Lee Chan-hee

Inhalt

Tae-ju, geplagt von Flüstern und Gerüchten, die sie aus unerfindlichen Gründen umgeben, besteigt wie auf der Flucht einen Zug. Unterwegs begegnet sie zufällig der Romanautorin Ewha, die ihr erzählt, sie ähnele der Protagonistin eines Romans, an dem sie gerade arbeitet. Am Strand angekommen, trifft Tae-ju auf den Straßenmagier Manhyuk (Kim Wookyum), sucht eine von Ewha empfohlene Wahrsagerin auf und verbringt einige Zeit mit völlig Fremden in einer Pension.

Kritik

Man müsse das Publikum nur für einen Moment ablenken, am Besten, indem man ihm eine Geschichte erzählt. Dann funktioniere es auch mit den Zaubertricks. Diese simples Strategie lernt die Hauptfigur Lim Hayeon doppelbödigen Debüt-Dramas von dem jungen Straßenkünstler Manhyuk (Kim Wookyum), dem sie in einem verschlafenen Küstenort begegnet. Des gleichen Tricks bedient sich die Regisseurin und Drehbuchautorin auf dramaturgischer Ebene, um das Publikum des 83. Busan International Film Festivals, wo ihre Mystery-Metapher Premiere feiert, in ihre Story zu verwickeln.

Doch selbst, wenn die inszenatorischen Spielchen nicht dialogisch ausgebreitet werden, ist der unterentwickelte Plot zu leicht durchschaubar, um seine Überlänge zu füllen. Tae-ju (Hansol Park, Humint), die in Seoul Literatur studiert - ein weiterer überdeutlicher Hinweis auf dem strukturellen Twist des betulichen Szenarios. Dessen pittoreske Postkarten-Idylle kleidet Hayeon Park in lichte Kameraaufnahmen, deren sonnige Ruhe auf den schönen Schein des Provinzorts verweist. Tae-jus Clique macht sich ebenso rasch ein verzerrtes Bild von ihr wie der Freundeskreis, den sie hinter sich ließ.

Das banale Ziel der Protagonistin im doppelten Sinn, ist Autarkie über ihre eigene Geschichte zu finden. Der Schlüssel dazu ist die geheimnisvolle Wahrsagerin Ewha (Ye Sujeong, Project Silence), die aus dem Off die Handlung erzählt. Dabei sind die sporadischen Ereignisse in dem scheinbar Hort einer privilegierten Akademiker-Schicht so trivial und offenbar, dass eine zusätzliche Kommentierung nur ihre Beliebigkeit unterstreicht. Zufällige Begegnungen umfängt eine Aura hehrer Bedeutsamkeit. Das Publikum und die Protagonisten warten indes vergebens auf ein Ende des eklektischen Ennui. 

Fazit

Mäanderndes Meta-Narrativ und symbolistische Selbstfindungs-Story verwebt Lim Hayeon zu einer illustrativen Interpretation erzählerischer Möglichkeiten. Das triviale Geschehen entfaltet sich zweimal mit dezenten Unterschieden, motiviert durch die unterschiedlichen Gespräche der Hauptfigur. Deren Existenz ist Mittelpunkt der titelgebenden Story-innerhalb-der-Story, deren Verfassen das Kinopublikum verfolgt. Kondensiert auf einen einzigen Tag ist die adrette Erzählung dennoch ermüdend zäh. Unentschlossen driftet der Plot zwischen Romanze, Mystery und Charakter-Skizze, ohne zu einer tieferen Erkenntnis oder Entwicklung zu gelangen. Hinter der verschlüsselten Fassade verbirgt sich wenig mehr als elitäre Egozentrik. 

Autor: Lida Bach