MB-Kritik

Bruton 2026

Theo Rossi
Aya Cash
Tammy Blanchard
Tony Hale
Ronnie Gene Blevins
Kayden Brenna Tokarski
Aaron Quick Nelson
Kelvin Hodge
Alexandria Arnold
Dana Namerode
Daniel Rivera
Clayton LaDue
Ryan Francis
Phebe Cox
Alex Farnham
Tommy Nash

Inhalt

Nach einem tragischen Unfall macht Bryan Bruton Bekanntschaft mit dem Gefängnissystem Floridas – eine wilde und einschneidende Erfahrung.

Kritik

Die Verkettung wahrer Vorfälle, die den Titelhelden ins Gefängnis brachten und dort vom Klein- zu einem wesentlich größeren Kriminellen machten, sind wie geschaffen für eine Leinwand-Adaption. Die liefert nun der im Genre-Kino bewanderte Vincent Grashaw mit seinem rasanten Retorten-Mix aus Biopic und Schelmenroman, der so viele narrative Tropes in die aberwitzige Ausbrecher-Story packt, dass jene sich trotz einiger origineller Facetten wie eine phantasiearmes Fließband-Produkt anfühlt. Der Charme der dank der reißerischen Medienberichte hinlänglich bekannten Ereignisse ist flüchtig, genau wie der Protagonist. 

Den verkörpert Theo Rossi (Carry-On) passgenau nach der Schablone für gerissene Ganoven, die vermeintlich nur Verantwortung lernen müssen und durch das Vorhandensein weiblicher Verwandtschaft moralisch rehabilitiert scheinen. Nach einem Streit überfährt Bryan mit tödlichen Folgen den Bruder seiner Ex-Freundin. Laut Synopsis ist der Beinahe-Mord „tragisch“, aber nicht für das Opfer und dessen Angehörige, sondern für Bryan und seine Familie. Seine Ehefrau Sienna (Aya Cash, The Franchise) und Schwestern zeichnet der Regisseur und Drehbuchautor als das mittelständische Klischee-Konzept einer vulgären Unterschicht.

Ausgenommen ist allein Tochter Crystal (als Kind: Alexandria Arnold, erwachsen: Kayden Brenna Tokarski), die ihren Vater mit traditionellen Familienwerten läutert. Schließlich soll das bürgerliche Zielpublikum sich amüsieren, wenn Bryan hinter Gittern ein lukratives Geschäft mit Drogen, Handys und einem Podcast ein lukratives Geschäft aufzieht. Wärter Vern (Ronnie Gene Blevins, Lady in the Lake) und Wärterin Maura (Tammy BlanchardPretty Thing) sind mit darin verwickelt, aber schmunzeln letztlich doch über die ostentative Bestätigung eben jener moralischen und juristischen Konstrukte, die das Szenario vermeintlich untergräbt. 

Fazit

Schnelle Schnitte, stereotype Szenenbilder und schräge Kamerawinkel kurbeln begleitet von der spöttischen Stakkato-Erzählung aus dem Off das Tempo an und stilisieren das Gefängnis in Vincent Grashaws konventioneller Knastausbrecher-Komödie zum unternehmerischen Abenteuerspielplatz. Korruption wird zum Witz, fieses Auftreten des Personals verbirgt nur Empathie, Gewalt ist nur selektiv erschreckend und trotz aller Dysfunktionen triumphiert die Exekutive. Das vorgeblich karikierte Gefängnis- und Rechtssystem wird letztlich bestätigt. Bemerkenswerter als die handwerklich solide Inszenierung und das gut aufgelegte Ensemble ist diese hypokritische Dialektik.

Autor: Lida Bach
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