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MB-Kritik

It‘s My Time 2026

Comedy, Drama – China

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Michelle Yeoh
Liu Haoran
Sa Rina
Bai Ke
Han Tongsheng
Qi Xi
Jerry Liu
Tian Yu
Huang Yao
Helen Chen
Jiang Qiming
Jolin Jin
Wu Hankun
Liang Zhi
Qiaosheng Han
Yu Jian

Inhalt

Zhao Yanhong sorgt im Pflegeheim ständig für Unruhe und kämpft mit ihrem „Unsinn“ gegen das Altern und gegen Vorurteile an. Unerwartet wird ein kleiner Zauberwürfel zum Hebel, mit dem sie die Tür zur Zukunft aufstößt.

Kritik

43.25 Trillionen. Auf der Pressekonferenz Bai Xues komödiantischen Biopics, das auf dem 31. Busan International Film Festival als Gala Presentation Premiere feiert, wiederholt Michelle Yeoh (Avatar 5) nochmal die Anzahl der möglichen Konfigurationen des Rubik‘s Cube. In dessen Lösung brachte es ihre Protagonistin zur Weltmeisterschaft im Alter von 65 Jahren, was sie zum ältesten Champion des kuriosen Denksports macht. Basierend auf der Erfolgsgeschichte von Seniorin Zhao Wenyings entfaltet die Regisseurin und Co-Drehbuchautorin eine typische Underdog-Story, die sich an der Sieger-Strategie der Protagonistin orientiert.

Letzte ist das auswendig Lernen bewährter Lösungswege, um diese dann möglichst schnell und effektiv anzuwenden. An den Trillionen dramaturgischen und inszenatorischen  Wegen, die bewährte Mischung aus Feel-Good-Story und Familienkomödie zu erzählen, ist Bai nicht im Geringsten interessiert. Die Story der Grandma Zhao genannten Heldin, der die Oscarpreisträgerin ruppigen Charme verleiht, ist von der ersten dramaturgischen Umdrehung an vorhersehbar. Der vergleichsweise originellste Move ist der beiläufige Wechsel der Hauptfiguren, deren erste der ehemalige Rubik‘s Cube Champion Wu Youwei (Liu Haoran, Detective Chinatown 1900) abgibt. 

Mit Anfang zwanzig ist er am Ende der Karrierekurve, die Zhao bevorsteht. Ständig auf der flucht vor seinem Kredithai, lebt er wohnungslos vom Straßenverkauf der Würfel. Ein Job als Beschäftigungstherapeut im Altersheim von Zhao, die ein außergewöhnliches Talent für den Würfel zeigt. Slapstick und Sentimentalität wechseln in der schematischen Story, die der ehemaligen Mathelehrerin beim lukrativen Einsatz ihrer Fähigkeiten folgt. Werbedeals und melodramatische Marketing-Strategien, helfen der rüstigen Seniorin, ihrem Erwachsenen Sohn (Tongsheng Han), seiner Familie und obendrein Wu aus der finanziellen Misere.

Dieser oft vernachlässigte Faktor der Finanzierung und Gewinngenerierung wird zwar plakativ aufgeführt, doch wie nahezu alles in dem generischen Plot maximal oberflächlich betrachtet. Zhao pendelt abrupt zwischen Altruismus und (großmütterlicher Fürsorge und geldgierigem Größenwahn. Allein Yeohs famose Darstellung bewahrt die Protagonistin vor der Karikatur, zu der eine Reihe Nebenfiguren geraten. Das hohe Tempo führt die Ereignisse wiederholt im Kreis zu bereits etablierten Umständen. Andere relevante Aspekte Werden verspätet im Schnelldurchgang abgewickelt und erschließen sich nur unzureichend. Das passable Resultat ist weit entfernt von der Präzision seiner Heldin.


Fazit

Knallig-bunt, sofort als kommerzielles Massenprodukt erkennbar und gerade halbwegs unterhaltsam, bis sich am Ende alles schön zusammenfügt: Bai Xues auf realen Begebenheiten basierende Sieger*innen-Story ist das filmische Pendant des (Original-)titelgebenden Würfels. Für den ist die hektische Inszenierung, vollgepackt mit überflüssigen visuellen Spielereien, quasi Dauerwerbung. Auch auf konzeptioneller Ebene ist die kommerzielle Ausrichtung des Star-Vehikels überdeutlich. Diese Assimilation an einen konservativen Massengeschmack marginalisiert interessante Facetten, wie Zhaos innige Beziehung zu ihrer Jugendfreundin Shuzhen, verkörpert von Schauspielveteranin Rin Sa, und harsche Laufbahn als verwitwete Arbeiterin. 

Autor: Lida Bach