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Kritik
Der animierte Kurzfilm Harvie Krumpet von Adam Elliot, erweckte 2003 die Aufmerksamkeit von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen. Mit einer hervorragend traurig schönen Story, liebevoll gestalteten Figuren, sowie ein Höchstmaß an Kreativität, gewann das Werk einen Award nach dem anderen. Bis hin zum Oscar konnte Elliot alles abräumen. Durch den immensen Erfolg, war es ihm sogar gegönnt, seine Idee als Langfilm neu aufzusetzen. Nun kommt mit Mary & Max – oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet? genau diese Umsetzung in die Kinos. Dem australischen Regisseur gelingt es dabei nicht nur an sein Ur-Werk mit Leichtigkeit anzuknüpfen, sondern es sogar noch zu überbieten. Mit einer riesigen Portion schwarzen Humor, sowie höchst faszinierenden Charakteren, wird eine der melancholischsten Geschichten des Kinojahrs präsentiert.
In Mary & Max – oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet? dreht sich alles um die beiden liebenswürdigen Hauptcharaktere. Beide haben kein einfaches Leben, sie sind Außenseiter, schaffen es aber dennoch immer den Kopf oben zu behalten. Der allgegenwärtige Erzähler, gibt ihnen dabei eine Stimme, verfasst ihre Gedanken, ihre Stimmungen. Zusammen mit den wundervollen Knetfiguren, ergibt sich daraus eine fantastisch traurige Geschichte, die stets mit hervorragendem Humor untermalt wird. Alles ist in sich stimmig und vertraut fast allein auf die Macht des Off-Kommentators. Mary und Max hört man selber nur beim Vorlesen ihrer Briefe. Alleine schon diese geschickte Erzählvariante, macht aus dem Animationsfilm etwas ganz besonderes.
Aber auch auf optischer Ebene weiß Elliot zu überzeugen. Sparsam mit Farben, reduziert er dabei den Blick auf das Wesentliche. New York in schwarz und weiß, Melbourne in braunen Untertönen. Zutiefst Melancholisch zeichnet Elliot seine Welt. Doch trotz aller Traurigkeit, sind auch immer stets Hoffnung und ein klein wenig Helligkeit präsent. Hatte Harvie Krumpet schon einen äußerst eigenwilligen Look, so wird dieser hier noch verstärkt. Wie detailliert die Welt von Mary und Max daher kommt, gleicht schon fast einem Geniestreich. Überall gibt es was zu sehen, zu entdecken, zu beobachten. Zu keiner Zeit kommt in der Knetlandschaft Langeweile auf. Durch hervorragende Kamerafahrten hat man zudem ein stetiges Mittendrin Gefühl, was einen einfach fesselt. Gegenüber dem Genre-Kollegen Der fantastische Mr. Fox, muss sich Elliots Knet-Werk in keinster Weise verstecken. Damit die Wirkung den Zuschauer auch vollends erreicht, wird zudem die Szenerie mit einem äußerst gelungenem Soundtrack untermalt, der zum richtigen Moment die Emotionen auslöst und einem die beiden tragischen Helden nicht so leicht vergessen lässt.
Neben den beiden Protagonisten, spielen aber auch die unzähligen Nebenfiguren eine wichtige Rolle. Alle haben ganz spezielle Eigenheiten und sind auf ihre Weise wunderlich liebenswürdig. Für ausreichend Lacher wird dabei gesorgt. So liest beispielsweise der imaginäre Freund von Max Selbsthilfebücher und der Hahn von Mary sorgt schon beim Ansehen für ein schmunzeln. Dabei wird abwechselnd schwarzer, sowie derber Humor aufgelegt. Auch der Wortwitz kommt nicht zu kurz. Dieser hat sogar teils philosophische Ansätze und lädt zum nachdenken ein. Um alles in Mary & Max – oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet? zu erfassen, sollte man sich das unglaubliche Werk unbedingt mehrmals ansehen.