Inhalt
Suyeon, eine Horror-Romanautorin, die mit der Fertigstellung ihres neuesten Werks ringt, verbringt ihre Tage in ständiger Angst. Über die Feiertage besucht sie ihr Freund Shinji, und die beiden hoffen, in einem abgelegenen Haus auf dem Land eine ruhige Zeit miteinander zu verbringen. Doch in dem Moment, als sich Shinji mit einem alten Rasiermesser im Gesicht schneidet, durchlebt er eine schreckliche Verwandlung. Sein einst ansprechendes Gesicht ist verschwunden und wurde durch etwas Unkenntliches ersetzt – seltsam verzerrt, grauenhaft verunstaltet und von Wahnsinn durchdrungen.
Kritik
Ein winziger Schnitt genügt und das unverarbeitete Trauma einer gewaltvollen Beziehung sickert aus den Albträumen Idee labilen Heldin Kim Jung-hoons schablonenhafter Genre-Spielerei in die Realität. Selbige wird schleichend ununterscheidbar von den spukhaften Visionen der Horror-Autorin Choi Su-yeon (Roh Jeong-eui), die bei einem romantischen Wochenende mit ihrem Partner endlich mit der Vergangenheit abschließen will. Doch daraus wird nichts, nachdem sich ihr Freund beim Rasieren schneidet. Das rostige Messer gehörte Chois Ex Hyun-woo (Byun Yo-han), dem Shinji (Sho Kasamatsu, The Narrow Road to the Deep North) immer mehr ähnelt.
„Das Publikum erwartet das.“, sagt Choi angesprochen auf das Ende ihres neusten Manuskripts angesprochen, „So geht eben das Genre.“ Der überdeutliche Verweis auf Kims eigene Variation eben jener Genre-Regeln zeigt exemplarisch die paternalistische Plakativität seiner Inszenierung. Deren stilsicheres Spiel mit dramaturgischen Konvention ist selbst ein reichlich abgegriffenes Konzept. Das präsentiert der versierte Drehbuchautor und Genre-Regisseur als clevere Neuerung, von denen die elliptische Story kaum welche zu bieten hat. Am nähesten kommt dem noch die Frage nach dem toxischen Potenzial eines jeden Partners.
Shinjis Wandlung vom fürsorglichen Freund, der die Schriftstellerin nach einem diskret angedeuteten Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt unterstützt, zum aggressiven Manipulator funktioniert auch ohne jenseitige Einflüsse als unheimliche Metamorphose. Leider macht die schablonenhafte Story wenig aus ihrem psychologischen Potenzial, das sich auf die gängigen Klischees beschränkt. Aus Eifersucht auf Chois kommerziellen Erfolg versucht Shinji/Hyun-woo sie von ihrer psychischen Fragilität mit den typischen Tricks zu überzeugen. Doch bevor sich ein Hauch Gaslight-Aura entfalten kann, springt der holprige Plot schon zum Monster-Movie.
Fazit
Psychothriller, Geister-Grusel, Zombie-Attacke und Haunted-House-Saga drängeln sich in Kim Jung-hoons kurzweiliger Genre-Galerie, die ihre dramaturgische Stärk geflissentlich übergeht. Der wahre Horror sind toxische Typen, die sich selbst nach ihrem Tod nicht abschütteln lassen. Wenn die von Roh Jeong-eui mit lustvoller Melodramatik verkörperte Heldin in ihrem neuen Freund das systematischen Schikanieren erkennt, manifestiert sich darin ein bedrückend reales Muster emotionaler Abhängigkeit und selbstzerstörerischer Vorstellungen von Partnerschaftlicher. Ironischerweise dreht sich die Inszenierung genauso im Kreis wie die Hauptfigur, die zuverlässig im gleichen Alptraum voll gängiger Genre-Tropes.