6.9

MB-Kritik

Spaceballs - Mel Brooks’ verrückte Raumfahrt 1987

Sci-Fi, Adventure, Comedy – United States

6.9

7.1

–

Bill Pullman
Rick Moranis
Mel Brooks
John Candy
Daphne Zuniga
Dick Van Patten
George Wyner
Michael Winslow
Joan Rivers
Lorene Yarnell Jansson
John Hurt
Sal Viscuso
Ronny Graham
Jim J. Bullock
Leslie Bevis
Jim Jackman

Inhalt

Die Herrscher des Planeten Spaceball haben die wertvolle Atmosphäre um ihren Stern auf idiotische Weise vergeudet. Nun schmieden sie einen Geheimplan, um die Atemluft von ihren friedlichen Nachbarn des Planeten Druidia abzusaugen. Der listige Präsident Skroob erteilt dem Flaggschiff seiner Raumflotte unter dem Kommando von Lord Helmchen den Befehl, die verwöhnte Prinzessin Vespa von Druidia zu entführen. Allerdings hat er weder mit Weltraum-Draufgänger Lone Starr gerechnet noch mit dessen Co-Pilot Waldi, dem Möter, ebenso wenig wie mit der Ehren-Druidin Dotti oder gar der geheimen Macht des „Safts“ …

Kritik

Die Blütezeit der Spoof-Movies ist schon längst vorüber. Vor allem in den 80ern und 90ern feierten Filme wie Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, Die nackte Kanone oder Hot Shots! wahre Erfolge und haben bis heute einen festen Platz im Herzen vieler Fans. Zwar konnte Scary Movie in den frühen 2000ern nochmal kurz für Aufwind sorgen, danach wurde das Genre aber regelrecht an die Wand gefahren. Daher ist fraglich, ob neue Filme dieser Art heute überhaupt noch funktionieren können, denn der Schaden ist bereits angerichtet und die Geschmäcker heutiger Kinogänger haben sich ebenfalls weiterentwickelt und verändert. Doch kehren wir zurück in die 80er Jahre, denn hier erschien unter anderem auch die Star Wars-Parodie Spaceballs von Mel Brooks, die ebenfalls zu den ganz großen Hits im Bereich zählt.
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Spaceballs ist nicht einfach nur eine Persiflage der Weltraumsaga, sondern gleichzeitig auch eine liebevolle Huldigung dieser. Brooks holte sich vor Drehbeginn daher auch George Lucas' Segen ab, der Berichten zufolge aus dem Lachen nicht mehr herauskam, als er das Drehbuch las. Auch die Produktion selbst unterstützte er, indem beispielsweise sein Visual Effects-Studio ILM einige der Effekte beisteuerte. Einzige Voraussetzung war lediglich, dass Spaceballs auf jegliches Merchandising verzichtet, da dieses zu nah am Vorbild wäre. Brooks akzeptierte und nutzte die Einschränkung eben damit, fiktives Merchandising einfach überall im Film zu platzieren. Einer der vielen Running Gags in Spaceballs.
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Damit Spaceballs seine Wirkung voll entfalten kann, setzt dieser dringend voraus, mindestens Star Wars: Episode IV - A New Hope irgendwann mal gesehen zu haben. Immerhin werden Figuren und teilweise auch Ereignisse daraus immerzu durch den Kakao gezogen. Wer die Verweise erkennt und versteht, wird sicherlich mehr zu lachen haben als jemand, der ahnungslos an den Film herangeht. Ob der Humor letztendlich bei einem zündet, hängt davon ab, wie empfänglich man für Parodie, Slapstick, Meta-Humor und absurden Klamauk ist. Knapp vierzig Jahre nach dem Release, also zum Zeitpunkt dieser Review, mag vielleicht nicht jeder Gag gut gealtert sein. Dennoch lässt sich kaum abstreiten, dass der Film seinen Charme bewahrt hat und immernoch für erstklassige Unterhaltung und reichlich Lacher gut ist. Einige Gags, wie das Durchkämmen der Wüste, sind schließlich nicht umsonst zu Kultmomenten der Popkultur geworden.
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Trotz seiner Anlehnung an Star Wars erzählt Spaceballs eine eigene Geschichte, in der ein Planet einem anderen mittels eines gigantischen Staubsaugers seine wertvolle Atemluft rauben möchte. Die Erzählung dient in erster Linie dazu, von einem Gag zum nächsten zu führen, statt dass sie selbst wirklich im Vordergrund stünde. Dennoch versieht Brooks sein eigenes Drehbuch mit vielen netten und teils originellen Ideen, die das Abenteuer rund um Lone Starr, Möter Waldi, Lord Helmchen, Prinzessin Vespa und Co. derart spaßig gestalten, dass Langeweile nie aufkommt. Schon nach kurzer Zeit möchte man einfach wissen, wohin der ganze Quatsch letztendlich führt. Zudem ist der Weltraumspaß mit John Candy, Bill Pullman, Rick Moranis, Daphne Zuniga und Mel Brooks selbst äußerst sympathisch besetzt – gute Laune ist mit dem leichtfüßigen Cast also sicher. Bleibt zu hoffen, dass der im Jahr 2027 anstehende Spaceballs: The New One ebenfalls ein paar der Vorzüge dieses Films erbt. Denn wie eingangs schon geschrieben: In der heutigen Zeit haben es Spoof-Movies nicht mehr leicht. Ob ein mittlerweile 100 Jahre alter Mel Brooks daran noch einmal etwas ändern kann?

Fazit

Weit, weit, weit weg in einer Galaxie, wo die Welt der Spoof-Movies noch in Ordnung war. Auch knapp vierzig Jahre nach seinem Release weiß Spaceballs noch mit reichlich Charme und Witz zu begeistern. Nun mag nicht jeder Gag auf die gleiche Art wie einst zünden, doch die Macht des Safts ist weiterhin stark in diesem Film. 

Autor: Sebastian Stumbek